Polizeioberkommissar Peter Dittel will Reisende vor Gefahren in Bahnhöfen schützen

Auf Streife im Kassler Bahnhof Wilhelmshöhe: Peter Dittel von der Bundespolizei Kassel ist neuer Ansprechpartner für Kriminalprävention. Er weist Reisende unter anderem darauf hin, wie sie sich vor Taschendieben schützen können. Foto: privat

Schwalm. Drei Berufswünsche hatte Peter Dittel als Kind: Pfarrer, Polizist und Sänger. Geworden ist er Polizist. Seit Februar ist der 49-Jährige Beauftragter für Kriminalprävention bei der Bundespolizeiinspektion in Kassel.

Ein weites Einsatzgebiet hat Dittel, zu dem er von seiner Heimatgemeinde Schlierbach aus anreist. Bahn- und grenzpolizeilich ist er zwischen Nord- und Osthessen sowie in Teilen Mittelhessens unterwegs. Dabei geht es um Hinweise wie Taschendiebstähle vermieden werden können und um richtiges Verhalten in Bahnhöfen und an Bahnanlagen. Zielgruppen sind Kindergartenkinder, Senioren und Flüchtlinge in Unterkünften in der Nähe von Bahnanlagen.

Plakate in fünf Sprachen

Zurzeit ist der Polizeioberkommissar in Flieden tätig. In der dortigen Flüchtlingsunterkunft, die in unmittelbarer Nähe einer Bahnstrecke liegt, hängen Plakate in fünf Sprachen, die auf die Gefahren hinweisen. Dazu gibt es Gespräche, um den Menschen zu erklären, den Bahnübergang zu nutzen und nicht den Weg über die Gleise zu nehmen.

Zur Präventionsarbeit gerufen wird Dittel auch in Schulen und Kindergärten. „Wir machen dort eine Art Verkehrserziehung“, sagt Dittel. Ziel sei, in Vorträgen, an Aktionstagen und mit Informationsständen, Kinder und Erwachsene gleichermaßen auf Gefahren hinzuweisen, die an Bahnanlagen lauern.

„Selfies im Gleisbett zu machen, ist fahrlässig. Ein ICE hat einen Bremsweg von fast zwei Kilometern.“

Deshalb ist Peter Dittel über einen neuen Trend besonders beunruhigt. Unter dem Motto „Best friends forever“ (Für ewig beste Freunde), stellen sich junge Leute gemeinsam ins Gleisbett, um Fotos, sogenannte Selfies, zu machen. „Das ist absolut fahrlässig. Denn ein ICE hat einen Bremsweg von fast zwei Kilometern.“ Eine Chance, von den Gleisen zu fliehen, wenn man den Zug hört oder sieht, habe man kaum.

Auf solche Gefahren aufmerksam zu machen, will Dittel mit seiner Präventionsarbeit. Denn im Laufe seiner Karriere bei der Bundespolizei habe er zahlreiche tödliche Unfälle an Bahnstrecken erlebt. Seit über 32 Jahren trägt der Vater von zwei Töchtern die Polizeiuniform. Begonnen hat Dittel seine Ausbildung 1983 in Alsfeld beim Bundesgrenzschutz. Weiter ging es nach Bad Hersfeld und ab 1993 war er am Flughafen in Frankfurt. Nach 16 Jahren wechselte er nach Kassel.

Zunächst ging er in Gießen auf Streife, war zuständig für Bahnhof und Bahngelände. Danach war er als Sachbearbeiter im Controlling und als stellvertretender Pressesprecher tätig.

Sänger und Chorleiter

Doch für Dittel gibt es ein Leben außerhalb des Dienstes. Sein Liebe gehört der Musik. Als Sänger war er in vielen Chören aktiv, bevor er vor zehn Jahren den Chor Klangverein gründete, den er auch leitet. Ansonsten geht er gerne mit seinem Hund spazieren und pflegt seine Schwälmer Tracht, die er selbst genäht und bestickt hat. Und als geduldiger Mensch ist er zu Hause für knifflige Reparaturen zuständig. Als Dirigent und Polizist habe er zwei seiner Berufswünsche erfüllt. Ein klein wenig habe seine Arbeit in der Prävention etwas mit dem Beruf des Pfarrers zu tun, sagt Dittel mit einem Lächeln.

Von Rainer Schmitt

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