Tennis im Aufwind: Ziegenhainerin Waltraud Siebold im HNA-Interview

Riesentalent: Waltraud Siebold zeigt das Foto von Pauline Bruns, das den Eingang zur Tennishalle in Ziegenhain schmückt. Foto: Quehl

Schwalmstadt. Pauline Bruns, Bezirks- und Hessenmeisterin, gilt als das größte Tennistalent des Schwalm-Eder-Kreises. Über das Jugendtennis sprachen wir mit Waltraud Siebold, Vorsitzende des Jugendtennisfördervereins.

Nach wie vor trainiert Pauline Bruns auch bei Ihnen in Ziegenhain. Wird das Jugendtennis davon nennenswert profitieren?

Waltraud Siebold: „Pauline ist richtig gut und jetzt auch Hessenmeisterin in ihrer Altersklasse. Es ist toll, dass sie bei uns im Tennisjugendförderverein begonnen hat und weiter hier in unserer Halle trainiert, auch wenn sie jetzt bei Baunatal spielt und teilweise auch in Offenbach trainiert. Ich hoffe, dass das viel Aufwind bringt für unsere Arbeit.

Pauline Bruns ist also schon für Kinder und Jugendliche in der Schwalm ein Vorbild, das ergänzt jetzt vielleicht der Erfolg von Angelique Kerber, die das Australian Open gewonnen hat.

W. Siebold: Das glaube ich schon, ähnlich wie der Handball-Titel bei der EM sorgt das für mehr Aufmerksamkeit für die Sportart. So groß wie damals bei Steffi Graf und Boris Becker ist der Effekt nicht, aber man bemerkt ihn ganz deutlich, etwa bei den Zehn- und Zwölfjährigen.

Warum setzen Sie sich so fürs Tennis ein?

W. Siebold: Tennis tut Kindern und Jugendlichen sehr gut, sie lernen Koordination und wie man sich gut bewegt. Außerdem ist es ein Sport für alle, von etwa fünf Jahren bis ins hohe Alter. Handball oder Volleyball zum Beispiel kann man als älterer Mensch nicht mehr spielen. Und es verbindet Familien, Freunde, Generationen. Als aktive Spielerin hatte es mir immer große Freude gemacht, auch, weil es vielfältige Begegnungen und Unterhaltung gibt.

Wie ist Ihr Tennisjungendförderverein derzeit aufgestellt?

W. Siebold: Gegründet wurde er 2001, es ist ein gemeinnütziger, eigenständiger Verein, der eng zusammen arbeitet mit den örtlichen Tennisvereinen in Ziegenhain, Treysa, Schrecksbach und Loshausen. Wir haben mit Stefan Riex, Sebastian Krauß und Christian Rupprecht hoch qualifizierte Trainer, dazu vier Assistenztrainer.

Und wieviele Kinder und Jugendliche haben Sie im Verein?

W. Siebold: Es sind zurzeit über 120, sie kommen nicht nur aus der Schwalm, sondern zum Beispiel auch aus Fritzlar, Edermünde und Gudensberg. Es geht uns in erster Linie um die Nachwuchsförderung, und allein könnten die Vereine ja auch keine Mannschaften zusammenbringen.

Wie arbeitet der Förderverein?

W. Siebold: Wir bieten im Winter Training in kleinen Gruppen, und wir veranstalten im Sommer auch spezielle Jugendcamps mit vielen Aktivitäten auf unserer Tennisanlage.

Sie haben den Tennisjungendförderverein vor 15 Jahren gegründet und sind als Vorsitzende nach wie vor täglich dafür aktiv.

W. Siebold: Ja! Eigentlich wollte ich das gar nicht so lange machen, aber es macht mir so viel Spaß. Ich bin sehr häufig in der Halle und schaue, wie sich die Kinder entwickeln. Wir haben richtig gute junge Leute. Und ich bin immer auf Sponsorensuche, glücklicherweise haben wir viele treue Spender.

Wie holen Sie neue Kinder ins Boot?

W. Siebold: Sehr erfolgreich ist unser Tennisangebot in den Grundschulen, anschließend bieten wir dann einen Schnuppertag. Wir freuen uns über alle, denn Tennis ist kein Elitesport. Ich möchte dabei mithelfen, dass Tennis immer mehr Volkssport wird.

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