Verdacht noch nicht erhärtet

Medikamententests an Heimkindern: Hephata suchte in Akten und Archiv

Treysa. Im Zusammenhang mit möglichen Medikamententests in den 50er-Jahren an Hephata-Heimkindern hat die Diakonieeinrichtung selbst recherchiert.

Das Ergebnis teilt Hephata mit: „Der Verdacht habe sich bislang nicht erhärtet.“ „Im Interesse ehemaliger Heimkinder und um für uns Klarheit zu bekommen, wollen wir weiterhin unbedingt herausfinden, ob es auch in Hephata Medikamentenversuche gegeben hat“, betont Hephata-Vorstandssprecher Maik Dietrich-Gibhardt. Bislang seien allerdings weder im Archiv der Firma Merck noch in den eigenen Akten Hinweise auf eine Medikamenten-Studie an Hephata-Heimkindern entdeckt worden. Einziger Anhaltspunkt für mögliche Medikamententests in Hephata ist damit bislang das Dokument aus dem Merck-Archiv, auf das sich der Quellenhinweis in dem Aufsatz von Sylvia Wagner bezieht. „Bei dem uns mittlerweile vorliegenden Dokument handelt es sich um einen Brief aus dem Dezember 1957. Das Schreiben ist an eine seinerzeit in Hephata tätige Ärztin gerichtet und kündigt an, dass das Medikament Decentan mit separater Post geliefert werde“, berichtet Dietrich-Gibhardt. 

Nicht bekannt ist bislang, ob das Medikament tatsächlich an Hephata ausgeliefert worden ist, ob es dann dort verabreicht wurde und falls ja, an wen und in welchen Dosen. Klar ist indes: „Die in dem Brief genannte Menge alleine - die Rede ist von 20 mal 20 Dragees zu vier Milligramm und 20 mal 10 ccm Tropfen - hätte für eine umfangreiche Studie wie sie laut der Veröffentlichung von Sylvia Wagner beispielsweise in einem Essener Kinderheim dokumentiert worden ist, nicht ausgereicht“, so Dietrich-Gibhardt. Das Mittel Decentan an sich sei ab dem 1. Dezember 1957 regulär im Handel gewesen, also vor der Datierung des Briefes mit der Ankündigung einer Lieferung an die Hephata-Ärztin. 

• Kontakt für ehemalige Heimkinder: Hephata-Vorstandssekretariat, Tel. 06691 18-1443, Email: buero.dietrich-gibhardt@hephata.de

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