Wolfgang Bosbach (CDU) lockte eine große Zahl von Anhängern nach Allendorf

Nicht ohne eine Ahle Worscht als Wegzehrung: von links Schwalmstadts Stadtverordnetenvorsteher Reinhard Otto, CDU-Bezirksvorsitzender Bernd Siebert, Bundestagsmitglied Wolfgang Bosbach und Christian Brück, CDU-Vorsitzender Schwalmstadt, nach der Veranstaltung. Foto: Quehl

Allendorf. Offenkundig voll ins Schwarze getroffen hatte die Kreis-CDU mit der Einladung an Wolfgang Bosbach.

Der langjährige Vorsitzende des Bundestags-Innenausschusses erntete im überfüllten Saal Rockensüß in Allendorf/L. immer wieder Zwischenapplaus und beipflichtende Lacher. Obwohl es der Anlass des Besuchs war, mochte der frohgemute Rheinländer Bosbach zum hessischen Kommunalwahlkampf nicht viel sagen. Außer vielleicht, dass die Menschen nicht politikverdrossen seien, sondern bloß verdrossen von einigen Politikern: „Nicht Politik verdirbt den Charakter, sondern es gibt Charaktere, die die Politik verderben.“ Mit Staunen hörte das Saalpublikum, dass lediglich 1,8 Prozent der Deutschen ein Parteibuch besitzen. „Das politische Interesse ist aber hoch“, versicherte Bosbach.

Ausführlich widmete sich der Euro-Kritiker, brillante Rhetoriker und gern gesehene Gast in Talkshows, der doch mit dem Stempel Rebell oder Revolutionär nichts zu tun haben möchte, dem Thema Europa. Jeder der 28 Mitgliedsstaaten müsse für seine politischen Entscheidungen selbst verantwortlich sein, forderte Bosbach unter Applaus, „schließlich haftet doch auch zum Beispiel Hessen auch nicht für Nordrhein-Westfalen.“ Keinesfalls dürfe aus der Währungs- eine Haftungs- und Transferunion werden.

Zum Schluss fand sich der prominente CDU-Bundestagsabgeordnete umringt von begeisterten Zuhörern, die sich mit ihm fotografieren lassen wollten oder um eine Signatur in seine Biographie baten.

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