Auf dem Bike in den Knüll

Wintertreffen: Motorradclub Hexenschuss organisierte 13. Auflage für Hartgesottene

Treffen sich auch bei kalten Temperaturen zum Motorradfahren: An der heißen Bar wärmten sich die Biker des Wintertreffens auf dem Knüll. Fotos: Rose

Schwarzenborn. Echten Bikern kann der Winter nichts anhaben: Das bewiesen am Wochenende die Besucher des Wintertreffens des Motorradclubs Hexenschuss auf dem Knöllköpfchen.

Zur 13. Auflage trafen sich Gleichgesinnte bei Lagerfeuerromantik und Benzingesprächen auf dem Gelände des Knüllcamps. Organisiert wird das Ganze seit jeher von Ellen und Walter Freund aus Niederaula. Beide sind seit 1979 begeisterte Motorradfahrer - auf ihrer Moto Guzzi California waren sie unter anderem am Nordkap und in Syrien.

Mit ihrem Wintertreffen wollen sie an die Tradition des legendären Elefantentreffens anknüpfen, das früher am Nürburgring und heute im Bayerischen Wald tausende hartgesottene Motorradfahrer anlockt. Das Treffen wurde 1956 erstmals für Fahrer der bekannten Zündapp-KS 601-Gespanne organisiert, die auch „Grüner Elefant“ genannt wurden.

Familiäre Atmosphäre 

Spaß auf dem Zweirad: Barbara Fenner aus Ziegenhain fährt im Winter eine Honda NX.

Im Knüll setzt man jedoch nicht auf Masse, sondern auf familiäre Atmosphäre: „Wir kennen mittlerweile fast jeden, der hierher kommt“, sagt Walter Freund. Und tatsächlich: das Willkommen untereinander ist herzlich, man hilft sich, etwa beim Aufbau der Zelte. Denn selbst noch so kalte Winternächte können die Biker nicht schrecken - da wird ganz selbstverständlich lässig unter dem Zeltdach geschlafen. Um die 100 Motorradfahrer machten sich stets auf den Weg in den Knüll.

Zuvor war der Treffpunkt einige Jahre lang der Eisenberg. „Die Betreiber des Knüllcamps sind sehr tolerant und wir sind hier stets willkommen. Wer nicht zelten will, kann dort auch ein Zimmer buchen“, erklärt Freund.

Doch die Leute, die auch im Winter Motorrad führen, seien einfach anders. Da werde nicht so viel Wert auf poliertes Blech gelegt. Empfangen wurden jedoch nicht nur eingefleischte Biker, sondern auch junge Fahrer wie etwa Maximilian Grund aus Treysa. Der 22-Jährige war mit seiner Maschine eine begehrter Gesprächspartner. Denn er kam mit einer NSU Quick aus dem Jahre 1950.

„Ich habe das Motorrad technisch restauriert, aber original belassen“, sagt er. Neuen Maschinen kann der junge Mann so gar nichts abgewinnen: „Die haben kein Herz. Und schrauben kann man da auch fast nichts mehr, und das macht eben besonders viel Spaß“. Ein neues Motorrad sei er nur ein Mal gefahren: „In der Fahrschule.“ Dabei sei der Fahrspaß mit 60 Stundenkilometern in der Spitze auch geradezu „rasant“, sagt Grund und grinst.

Wunsch erfüllt 

Barbara Fenner hingegen erfüllte sich erst mit 38 den Wunsch des Führerscheins: „Ich fand Motorradfahren eigentlich schon immer toll. Irgendwann wollte ich nicht nur Sozia sein“, erzählt die Ziegenhainerin. Nun kurvt sie seit acht Jahren gleich mit zwei Motorrädern durchs Jahr - einer Moto Guzzi für den Sommer und einer Honda NX für den Winter.

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