Sein Motiv ist die Musik

Behält den Taktstock in der Hand: Berthold Möller vom MGV Mengsberg feiert morgen sein 50-jähriges Chorleiterjubiläum mit jeder Menge Musik. Foto: Rose

Mengsberg/Neustadt. Berthold Möller (75) ist Sänger im zweiten Bass. Aber erst seit drei Jahren. Zuvor, mehr als 47 Jahre, leitete der Grundschullehrer den Männerchor Mengsberg. Dann gab er den Taktstock an Wilfried Tschuppik ab.

Doch der Neustädter ist als Chorleiter nach wie vor gefragt, ein Abschied vom Dirigat ist noch nicht ganz gelungen. Deshalb feiert Möller morgen Chorleiterjubiläum.

Ausgezeichnet wird er für 50 Jahre, umrahmt von einem festlichen Konzert am Samstag ab 19 Uhr in der Mengsberger Kirche. Nach wie vor begeistern den 75-Jährigen Stimmen und Rhythmus. „Musik wird mich immer begleiten, dafür mache ich sie viel zu gern“, sagt er. „Ich kann es einfach nicht lassen.“ Soll auch er auch nicht, findet Ehefrau Josi, die das Hobby Singen uneingeschränkt mit ihrem Mann teilt.

„Es gab eine Zeit, da hätte ich den Chor gern in Heinrich-Chor umgetauft. Von 36 Aktiven hießen 15 Heinrich.“

Beide schwärmen von den guten Kontakten, insbesondere nach Mengsberg. „Es haben sich viele Freundschaften ergeben“, erzählen die Möllers. Die Sänger selbst hätten mit großer Freude wirklich an den Stücken gearbeitet. „Wenn sie gefordert waren, waren sie immer präsent“, sagt der Chorleiter. Allerhand habe er mit den Mitgliedern erlebt, viel Freud, aber auch Leid geteilt.

Gern erinnert sich Berthold Möller an Anekdoten zurück. „Es gab eine Zeit, da hätte ich den Chor gern in Heinrich-Chor umgetauft. Von 36 Aktiven hießen 15 Heinrich“, schmunzelt er.

Immer wieder ging Möller auch mal ungewöhnliche Wege: Schon vor vielen Jahren bot er heute populäre Chorprojekte an. „Dabei sind immer einige Sänger für den bestehenden Chor hängen geblieben.“ Auch auf die Präsentation seiner Sänger legte er großen Wert. „Beim Wertungssingen traten wir, passend zu einem James-Bond-Medley, in Trenchcoat und Sonnenbrillen auf. Jury und Publikum fanden das toll“, erzählt er. Gern schaut sich Möller alte Fotos, Zeitungsausschnitte, Programmhefte an. Er hat fast alles aufgehoben. Es gibt beispielsweise Fotos einer 1970 geschlossenen Freundschaft mit dem Chor Concordia vom Niederrhein.

Ein Höhepunkt sei auch der Auftritt der Mengsberger mit Ivan Rebroff 2005 gewesen. „Es waren einige Werke vorbereitet, aber die wollte er nicht. Er fragte ganz locker, ob wir nicht was anderes drauf hätten - hatten wir“, erinnert sich Möller.

„Es war eine ereignisreiche Zeit, die in allen Punkten nur positiv war. Ich freue mich bis heute, wenn sich Menschen zum Singen motivieren lassen.“

Der Musik wird der Neustädter immer verbunden bleiben. Nur an den Platz im zweiten Bass muss er sich noch gewöhnen.

Von Sandra Rose

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