Sommerwerkstatt des „theaters 3 hasen oben“

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Sommerwerkstatt: Jugendliche im Alter zwischen 14 uns 20 Jahren erlebten eine ereignisreiche Woche im Loshäuser Schlossgarten.

Loshausen. Unter dem Motto „Happenings" - flüchtige künstlerische Aktionen, die aus dem Augenblick heraus entstehen, stand die Sommerwerkstatt des theaters 3 Hasen oben in Loshausen.

Die Teilnehmer im Alter von 14 bis 20 Jahren erlebten im Schlossgarten eine ungewöhnliche gemeinsame Zeit. Das Projekt - im Rahmen von FLUX, Künstlerresidenzen im ländlichen Raum - wurde mit Mitteln des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst (HMWK) gefördert. Die Theaterleute hatten sich für ein Experiment entschieden, das ihnen selbst Respekt einflößte. Denn im Workshop sollte alles spontan entstehen, durch Ideen und Impulse aus der Gruppe, ohne jegliche Vorplanung.

Aber die Leitung des Workshops Silvia Pahl, Klaus Wilmanns, Maximilian Buck, Sara Üfler und die 14 jugendlichen und erwachsenen Teilnehmer wurde für ihren Einsatz belohnt.

Schlafen unter freiem Himmel: Während der Sommerwerkstatt schliefen die Teilnehmer mit freiem Blick auf die Sterne.

So erfand die Gruppe am ersten Workshop-Tag das Schlanzen, eine Mischung aus Schlafen und Tanzen. Dazu trug die Gruppe ihr Bett auf die Straße und bot es Passanten für eine Pause an. Allerdings stieß das Angebot auf wenig Interesse. Doch die Werkstatt-Teilnehmer hatten durchaus ihren Spaß. Weiter ging es mit Wasserballett in der Schwalm und Wasserschlachten. Geschlafen wurde unter freiem Himmel und auf dem Radweg wurden Süßigkeiten verschenkt und den Radfahrern ein Ständchen gebracht.

Renate aus Riebelsdorf wurde mit der Aktion der Tag gerettet. Einige Stunden später spendierte sie den Mitgliedern des Workshops zum Dank eine Runde Eis. In Schwalmstadt wurde auf der Straße getanzt und die Passanten mit selbst gepflückte Blumen beschenkt. In einer Woche wuchsen die Teilnehmer zu einer engen Gemeinschaft zusammen.

Aus der Happening-Woche ziehen die Teilnehmer folgenden Schlüsse: Kinder und Jugendliche haben oft ein besseres Gespür, worauf es im Leben wirklich ankommt als Erwachsene, nämlich auf Freundschaft und Gemeinschaft. Dabei sei es eine unbezahlbare Erfahrung gewesen, selbst bei schlechter Laune und Antriebslosigkeit dazu gehören zu dürfen. Gelernt habe man auch, dass man das Gefühl brauche, wichtig zu seien, auch wenn man sich klein, unfähig und unbedeutend fühlt, wenn man keine Leistung bringen und sich nicht zeigen will.

Zum Abschluss des Workshops gab es ein Fest, zu dem sich auch einige Gäste einfanden. Es entstanden wieder spontane Aktionen. Dazu gab es ein buntes, sehr süßes Büffet und Klaus Wilmanns veröffentlichte eine Audiocollage, in der er seine Achterbahnfahrt als „nicht leitender Leiter“ verarbeitete.

Eine tolle Woche ging viel zu schnell zu Ende. Aber die Jugendlichen planen die Fortsetzung. Mit „Happening“ haben sie begonnen, die Dinge in die Hand zu nehmen. 

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