Die Suche nach der Balance

Gesprächsrunde in der HNA-Redaktion: von links Redakteurin Anne Quehl, Harry Lepper (Saugerfuchs), Andreas Schwalb (Schwalb Raumausstattung), Norbert Turbanisch (SCM Media Call) und Redakteurin Sylke Grede. Foto: Müller

Als „Gnadenstoß für die Oberstadt“ werten Gewerbetreibende wie Harry Lepper die jüngste Berichterstattung dieser Zeitung zur Verödung der Treysaer Altstadt.

Treysa. Im HNA-Redaktionsgespräch äußerte sich der Inhaber Harry Lepper (Der Saugerfuchs) gemeinsam mit den Oberstadt-Gewerbetreibenden Norbert Turbanisch (SCM Media Call) und Andreas Schwalb (Schwalb Raumausstattung).

Von einer gähnend leeren Oberstadt wollen insbesondere Lepper und Turbanisch nichts wissen und zählen - auch ohne Gastronomie - allein sieben Geschäfte im erweiterten Marktplatzbereich auf. Man könne defintiv nicht sagen, dass die Oberstadt tot sei, ist Turbanisch überzeugt. Mit besonderen Aktionen wie dem ehrenamtlich organisierten Halloween-Fest habe man immerhin 300 oder mehr Menschen auf den Marktplatz gelockt, berichtet Lepper, der weitere Ideen wie eine Altstadt-Kirmes oder einen Flohmarkt auf Lager hat.

Strukturelle Probleme

Dennoch, und das wird im Laufe des Redaktionsgesprächs klar, sind sich die Oberstadt-Gewerbetreibenden der strukturellen Probleme ihres Quartiers durchaus bewusst. Schöne Altstadt-Fassaden allein reichen für eine Belebung bei weitem nicht aus, sind auch die drei sich sicher. Andreas Schwalb wünscht sich eine größere Vielfalt: „Schön wäre es, die Menschen würden in die Oberstadt fahren und sie bekämen dort alles.“ Wie könnte diese Entwicklung angestoßen werden? Schwalb denkt dabei an die Förderung von Existenzgründern. Eine besondere Rolle könnte dabei das virtuelle Gründerzentrum spielen, meint er.

Kritik an der Stadt

Mit Sorge beobachten die Oberstadt-Gewerbetreibenden eine weitere Entwicklung, die besonders durch die Ansiedlung des Arbeitsamts deutlich werde: „Die Stadt will offenbar ein Bürozentrum in der Oberstadt“, sagt Lepper. Schon jetzt würden durch das Arbeitsamt zu viele Parkplätze blockiert. Überhaupt fühlten sie sich von seiten der Stadt im Stich gelassen. „Wir können die Oberstadt nicht alleine retten“, sagt Lepper. Eine Mitarbeit am Gewerbe- und Tourismusverein (G.u.T.) sei für sie nicht in Frage gekommen, da sie eine ungedeckelte finanzielle Haftung für Verluste durch Veranstaltungen fürchten. Insgesamt fühlen sie sich „ausgeklammert“: Gerne würden sie ebenfalls am sogenannten Runden Tisch teilnehmen, bei dem über die Belebung der Oberstadt gesprochen werden soll. „Wir müssen langfristig die Attraktivität steigern“, stellt Lepper klar, „und das geht am besten gemeinsam“.

Von Sylke Grede

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