Vor der dunklen Jahreszeit

Tipps der Polizei zum Schutz vor Einbrechern: Alarmanlagen reichen nicht

Polizei in Hessen will Einbrechern den Riegel vorschieben: Die Polizeibeamten Susanne Gottmann und Volker Schulz zeigten in Treysa, wie man seine Türen einbruchsicher macht. Foto: Fahlbusch

Treysa. Alle vier Minuten wird in Deutschland eingebrochen. Das geht aus einer Statistik der Kriminalpolizei hervor. Susanne Gottmann und Volker Schulz, technische Berater der Polizei Kassel, gaben in Treysa Tipps, wie man sich vor Einbrechern schützen kann.

Mit der Kampagne „Sicheres Hessen - Einbrechern den Riegel vorschieben" berät die hessische Polizei mit Informationsständen zu Einbruchsschutz.

„Wer reinkommen will, kommt auch rein. Durch mechanische Sicherungen kann man es den Einbrechern aber schwerer machen“, sagte Susanne Gottman. Je länger der Aufbruch dauere, desto höher sei die Wahrscheinlichkeit, dass die Einbrecher aufgeben oder entdeckt würden.

Die Beamtin und ihr Kollege sind als technische Berater auf Einbruchsicherung spezialisiert.

Zu allen Jahreszeiten 

Das ganze Jahr über werde eingebrochen. In der dunklen Jahreszeit, wenn es bereits früh dämmert, steige die Zahl der Einbrüche jedoch deutlich an. „Es wird meist tagsüber eingebrochen, wenn die Bewohner für gewöhnlich außer Haus sind“, berichtete Volker Schulz.

Bei der Sicherung des Eigenheims ließen sich viele Fehler machen. Viele der getroffenen Sicherheitsvorkehrungen seien zwar gut gemeint, aber unwirksam. Die Beamten geben folgende Tipps:

Fenster und Türen: Ein Großteil der Fenster bieten trotz Abschlussvorrichtung keinen ausreichenden Schutz. Herkömmliche abschließbare Fenster seien unwirksam, da sie leicht ausgehebelt werden könnten.

„Ich habe es selbst ausprobiert. Mit ein wenig Übung lässt sich ein Fenster in weniger als acht Sekunden aufbrechen“, sagte Volker Schulz.

Spezielle einbruchhemmende Fensterbeschläge könnten den Aufbruch erschweren. Sicherungen für Fenster und Türen sind leicht nachzurüsten. Wichtig ist, dass die installierten Vorrichtungen zertifiziert sind, da viele Sicherungen unwirksam seien.

Alarmanlagen: Alarmanlagen allein bieten keinen Schutz vor Einbrüchen. Sie sind nur mit mechanischen Sicherungen sinnvoll. Da Alarmanlagen oft fehlschlugen, würden sie ignoriert und schreckten Einbrecher nicht ab.

Beleuchtung: Es lasse sich nicht pauschal sagen, an welcher Stelle Einbrecher einsteigen. „Das ist immer von der Lage sowie der Beschaffenheit des Grundstückes und des Hauses abhängig. Einbrecher setzen in der Regel aber an Stellen an, die schlechter einzusehen sind“, sagt Susanne Gottmann. Ausreichende Beleuchtung ist deshalb wichtig.

Beratung: Eigentümer wüssten meist nicht, dass ihr Haus nicht ausreichend geschützt ist und fühlten sich sicher. Auf Wunsch überprüfen Berater der Polizei Häuser und Wohnungen auf ihre Einbruchssicherheit.

Von Jana Fahlbusch

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.