Todenhäuser Stabsfeldwebel marschiert auf der ganzen Welt

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Immer wieder Stiefel schnüren für gewaltige Distanzen zu Fuß: Der Todenhäuser Arno Bischof nimmt weltweit an Märschen teil, im Schnitt acht Mal im Jahr. 

Todenhausen. Lange Märsche gehören nicht nur von Berufswegen zum täglichen Brot von Arno Bischoff. Auch in seiner Freizeit marschiert der Stabsfeldwebel der Bundeswehr gern.

Wo für manchen der Sonntagsspaziergang bereits zu lang ist, legt Bischoff erst richtig los. 6500 Kilometer hat der 45-jährige Todenhäuser in seinen Marschbüchern dokumentiert - wohlgemerkt zusätzlich zu den dienstlichen Leistungsmärschen bei der Truppe und in der Vorbereitung.

„Man muss marschieren wollen, sonst kommt man nicht ins Ziel“, bringt es der Stabsfeldwebel auf den Punkt.

Mittlerweile hat das außergewöhnliche Hobby den Soldaten bereits durch 14 Länder geführt.

66 Märsche in elf Jahren

Der 45-Jährige marschiert im Rahmen der „International Marching League“ (IML). In der IML sind weltweit Marsch- und Wanderveranstaltungen organisiert. „Insgesamt waren es in den vergangenen elf Jahren 66 Märsche. Im Schnitt mache ich acht Märsche im Jahr“, erzählt Bischoff.

Trotz Marschgepäck spielt bei den meisten Veranstaltungen der militärische Aspekt keine Rolle. Oft sind es eher Volkswanderungen.

Start als Wehrpflichtiger

Wie viele Männer seiner Generation kam auch der Todenhäuser erstmals als Wehrpflichtiger bei der Bundeswehr mit dem Thema in Berührung. „Mein erster Marsch war ein 30-Kilometer-Leistungsmarsch beim Feldartilleriebataillon 21 in Treysa“, erinnert sich Bischoff. In den 90er Jahren hört der Berufssoldat dann von dem 160 Kilometer langen Vier-Tage-Marsch in Nimwegen.

Als man ihm erklärt, dass Soldaten dort nur in Formation mitmarschieren dürfen, habe er zunächst keine Lust gehabt, sei 2007 der Faszination Nimwegen dann aber doch erlegen, erzählt der 45-Jährige: „Weil ich mich quälen will, mache ich lange Strecke.“

„Man muss marschieren wollen, sonst kommt man nicht ins Ziel.“

Marschgruppe der Bundeswehr: Hier in Nimwegen beim Vier-Tage-Marsch. 

Mit Ausnahme 2011 war der Stabsfeldwebel seitdem jedes Jahr mit der Marschgruppe der Bundeswehr in Holland. In diesem Jahr feierte der „Internationale Vierdaagse Afstandsmarsen Nijmegen“ seinen 100. Geburtstag. 50 000 Marschierer nahmen teil. Damit zählt der Nimwegen- Marsch zu den größten Volksmärschen der Welt. Mittendrin der Todenhäuser mit 350 Kameraden. „Das war wirklich toll. An den Straßen standen tagtäglich über eine Millionen Menschen. Auf den letzten sechs Kilometern begleitete ein Musikkorps der Bundeswehr die Marschgruppe“, erinnert sich Bischof an die einzigartige Atmosphäre.

Für die meisten Märsche nimmt der 45-Jährige Urlaub. Im Frühjahr erfüllte sich der Todenhäuser einen Traum und reiste nach Neuseeland und Australien, um an den dortigen IML-Märschen teilzunehmen.

Im Gegensatz zu Nimwegen sei das schon ein Kontrast gewesen, erzählt Bischoff: „Im Grunde ist Marschieren aber auf der ganzen Welt gleich. Es ist toll, überall auf Gleichgesinnte zu treffen. Es ist eine weltweite Gemeinschaft.“

Nach Neuseeland und Australien steht bei Stabsfeldwebel Bischoff im kommenden Jahr mit Japan, Indonesien, Korea und Taiwan voraussichtlich eine Asientour auf dem Programm. Weltweit kann man in der IML an 29 Märschen teilnehmen. „Ich habe mir vorgenommen, alle zu machen“, sagt der 45-Jährige.

www.imlwalking.org

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