Treysa: Suche nach Täter der Kirmesschlägerei geht weiter

Treysa. Auch nach einer Verhandlung vor dem Amtsgericht Schwalmstadt blieb eine Kirmesschlägerei im Altkreis Ziegenhain ungesühnt.

Es gab zwar einen vermeintlichen Täter, aber recht früh zeigte sich, dass hier wohl der falsche Mann auf der Anklagebank saß. Der Freispruch war nur folgerichtig.

Zuvor hatte der Staatsanwalt einem 43-jährigen Bielefelder vorgeworfen, im vergangenen September auf einer Kirmes im Altkreis zwei Personen verletzt zu haben. Der Mann habe einen Kirmesbesucher zu Boden geworfen, ins Gesicht getreten und die zu Hilfe eilende Freundin des Opfers in die Kirmesbänke gestoßen.

Vorwurf abwegig

Bevor sie zur Sache etwas sagte, äußerte die Verteidigerin Unverständnis über die ihrem Mandanten zur Last gelegten Vorwürfe. „Was ihm vorgeworfen wird, ist völlig abwegig und rätselhaft“, sagte sie.

Der Angeklagte räumte ein, zum Tatzeitpunkt auf der Kirmes gewesen zu sein. Es sei richtig, dass er einen über den Durst getrunken habe. Er habe sich aber weder an einer Schlägerei beteiligt, noch könne er sich an eine erinnern.

Richter und Staatsanwalt zeigten sich angesichts der Beweislage skeptisch. Bereits bei der polizeilichen Vernehmung wichen die Zeugenaussagen voneinander ab. Mal war von einem großen Mann die Rede, mal von einem Mann mit Bart und dann von einem Glatzkopf. Dann sei der Name des Angeklagten gefallen und so nahm die Sache ihren Lauf, so der Vorsitzende.

Um Licht ins Dunkel zu bringen, waren sieben Zeugen geladen. Nicht ein Zeuge konnte den Angeklagten identifizieren. Alle erinnerten sich an eine sehr aggressive Stimmung im und auch vor dem Kirmeszelt. Selbst das Opfer und seine Freundin mussten beim Anblick des Bielefelders mit den Achseln zucken. „Das Gesicht sagt mir gar nichts“, stellte der 24-jährige fest.

Das Ganze sei ja unheimlich schnell gegangen, erinnerte sich die Freundin. Gemeinsam mit Bekannten habe man gegen 3 Uhr an der Theke gewartet: „Plötzlich sehe ich, dass ihm jemand ins Gesicht tritt.“

Plötzlich fiel der Name

Am nächsten Morgen sei irgendwie der Name des Angeklagten gefallen, erinnerte sich ein 20-jähriges Burschenschaftsmitglied. Er selbst habe in der Nacht Dienst am Weizenbierstand gehabt und von den Vorfällen nichts mitbekommen, so der Zeuge weiter.

Nach einer Stunde waren alle Zeugen gehört. Ohne große Plädoyers beantragten Staatsanwalt und Verteidigung übereinstimmend Freispruch. Der Täter habe nicht festgestellt werden können, sagte der Richter in seiner Urteilsbegründung: „Außer ein paar Gerüchten gab es nichts.“

Rubriklistenbild: © dpa

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