Werke der 40 Teilnehmer sind am Samstag zu sehen

vhs-Sommerwerkstatt: Ein Fest für die Kunst

+
Mit ruhiger Hand: Delia Henss (links) zeigt Sonja Wegener die Geheimnisse der Töpferei.

Michelsberg. Drei Männer fachsimpeln in der Michelsberger Sommerwerkstatt über die richtige Dosierung von Gummiarabikum. Das ist ein natürliches Gemisch aus dem Pflanzensaft von Verek-Akazien.

Eine große Steinplatte, mit einem Frauenbildnis bemalt, liegt vor ihnen. Um dieses Bild auf Papier zu drucken, muss der Stein mit Säure und Gummiarabikum behandelt werden. „Durch die chemische Reaktion verwandelt sich der Stein und merkt sich quasi, was auf ihm gemalt ist“, erklärt Kursleiter Jörg Hoefer.

Ein Gefühl für Proportionen 

Zeitgleich sitzen im oberen Atelier die Maler vor ihren Staffeleien. Gabriele Boulanger aus Berlin und Claire Tourolle aus dem französischen Montpellier geben Tipps. „Licht und Schatten, vorne und hinten, groß und klein – die Details sind wichtig“, betont Boulanger. Am Morgen habe sich der Malkurs mit den Töpfern zu einer Impulsstunde getroffen und Köpfe aus Ton moduliert, um ein besseres Gefühl für Proportionen zu erhalten.

Delia Henss, die mit der Volkshochschule Schwalm-Eder die Sommerwerkstatt organisiert, leitet die Tongruppe und hat mit ihr im Garten Quartier bezogen. Während Klaudyna Smasal geschickt an einer Töpferscheibe hantiert, gibt Henss ihr mit auf den Weg: „Denke daran, der Töpfer arbeitet nur von drei bis sechs.“ Die Regel meint aber nicht die Uhrzeit, sondern das Arbeitsfeld unten rechts – wie bei einer Uhr den Bereich zwischen drei und sechs eben. Schnell dreht sich das kleine Tonstück auf der Scheibe und wie von Zauberhand entsteht ein Becher.

Ton aus dem Wald geholt 

„Ich bin zum ersten Mal dabei und sehr begeistert“, sagt Smasal. Schon den Ton selbst aus dem Wald zu holen, war ein kleines Abenteuer. „Sonja, unsere jüngste Teilnehmerin, hing kopfüber in der Grube und hat fleißig gebuddelt“, verrät die Frau. Eben jene Sonja Wegener sitzt vor einer drehenden Scheibe. „Nicht so schnell, Sonja, du musst weniger Gas geben,“ sagt Delia Henss und lobt das Mädchen: „Ja, so ist es gut.“ Mit einem Draht ziehen Klaudyna Smasal und Sonja ihre Tonbecher ab.

Schon von weitem ist die Holzgruppe im Gemeinschaftshaus zu hören. Sägen, Schleifgeräte, Hammer und Meißel kommen zum Einsatz. Aus Baumstämmen

Hat alles im Griff: Jana Seifert aus Berlin.

werden Skulpturen. „Ich komme seit 20 Jahren regelmäßig“, erzählt Jana Seifert aus Berlin. Früher habe sie immer gemalt, aber seit dem letzten Jahr arbeite sie in Holz. „Wir sind hier konzentrierter“, beschreibt sie den Arbeitsprozess. Bildhauerin Christine Ermer hat ihre Werkstatt sogar gleich mitgebracht. „Hier entstehen abstrakte Formen und naturalistische Skulpturen“, sagt die Hofgeismarin.

• Am Samstag, 30. Juli, werden in Michelsberg ab 16 Uhr Kunstwerke von 40 Teilnehmern der 24. Sommerwerkstatt zum Thema „Tugend und Tumult“ ausgestellt. Mit Musik, Speis und Trank wird das dann zum Werkstattfest.

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.