Architektur und Mode bilden die Pole der Ausstellung von Ekachai Eksaroj

Entwürfe hingen im Gerüst: Der 43. Künstlerstipendiat Ekachai Eksaroj zeigt in Willingshausen unter anderem originelle Fachwerkkleider. Foto: Decker

„Not a Painter" (übersetzt: Kein Maler) heißt die Ausstellung des 43. Stipendiaten der Malerkolonie Ekachai Eksaroj in der Kunsthalle Willingshausen, die am Donnerstagabend eröffnet wurde. An der Wand hingen zwar großformatige Bilder, doch sie seien nicht gemalt, sondern hätten sich mit Stofffarbe vollgesogen, sagte Kurator Bernhard Balkenhol: „Als seien die Leinwände T-Shirts."

Die schwarzen Streben auf den Bildern symbolisierten das in Willingshausen vorherrschende Fachwerk. „Absurdität, Ironie und Witz sind die besten Freunde Eksarojs“, erläuterte Balkenhol in seiner Laudatio. „Selbst in seiner Mode hat der Künstler schwarze Striche als Zitat des Gebälks aufgenommen“, erklärte der unterhaltsame Kunstprofessor aus Kassel.

In einem der Fachwerkkonstruktion nachempfundenen Gerüst hingen Blusen, Hemden und Röcke. „Eksaroj hat die Kunsthalle in einem kleinen thailändischen Straßenmarkt verwandelt und lädt uns ein, zu stöbern, zu schauen und auch zu essen und zu trinken“, sagte Balkenhol.

Thailand traf Schwalm

Zur Vernissage hatte Ekachai Eksaroj Speisen aus der Schwalm mit thailändischen Nationalgerichten gemischt, es gab Glasnudelsalat mit Schwälmer Stracke, Frühlingsrollen gefüllt mit Schwälmer Platz und Gin mit Quittenaroma. Neugierig probierte das Publikum die interkulturellen Köstlichkeiten. Bettina Riehl von der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen erinnerte an die zweite Stipendiatenausstellung vor 20 Jahren, die sich ebenfalls mit dem typisch hessischen Fachwerk auseinander gesetzt habe.

Von der eigenwilligen Kombination aus Architektur und Mode war Bürgermeister Heinrich Vesper so angetan, dass er kurzerhand erklärte: „Das Hemd bitte nicht berühren, es ist für mich.“ Zeitgleich mit der Ausstellungseröffnung stellte Bernhard Balkenhol den neu erschienen Katalog der 41. Stipendiatin Marven Graf vor.

Die Künstlerin habe in ihrer Ausstellung die Schwälmer Tracht mit aktueller Mode kombiniert, so dass der Katalog eine kritische Modezeitschrift geworden sei, sagte Balkenhol.

Von Christiane Decker

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