Möbelhaus Dietz in Wasenberg schließt nach 146 Jahren seine Türen

Alles muss raus: Inhaber Armin Dietz und sein Team sind mit dem Abverkauf beschäftigt. Foto: Rose

Willingshausen. Das Möbelhaus Dietz in Wasenberg schließt Ende Juni nach 146 Jahren seine Türen.

„Wir haben in den vergangenen Jahren viel ins Marketing investiert, aber die erhoffte Trendwende ist nicht eingetreten“, sagt Inhaber Armin Dietz (54).

Der Ururgroßvater Peter Dietz machte sich 1870 im Willingshäuser Ortsteil mit einer Schreinerei selbständig. In der Dorfschreinerei, damals noch in der Ortsmitte, wurden auch Möbel gefertigt. Der Urgroßvater verstarb jedoch früh, sodass der Betrieb zehn Jahre, von 1919 bis 1929, ruhte. Dann übernahm ihn Heinrich Dietz Senior.

Auch der Vater von Armin Dietz, Heinrich Dietz, fühlte sich der Familientradition verbunden und stieg mit in die Schreinerei ein. „Nach dem Krieg begann die Produktion von Serienmöbeln“, erklärt Armin Dietz. Das Unternehmen habe den Weg in die Fabrikation eingeschlagen und 1958 die erste Fabrikationshalle gebaut - am heutigen Standort am Ortseingang von Wasenberg.

Gefertigt wurden nicht nur Klein- und Wohnraummöbel, sondern auch ganze Jugendzimmer. 1961 öffnete das Möbelhaus seine Türen. „Angefangen haben wir allerdings mit einer Musiktruhe, die ein Fach für Schellackplatten hatte“, erinnert sich Dietz.

Er selbst wuchs im und mit dem Unternehmen. Auch die Zahl der Mitarbeiter wuchs: Von anfänglich zehn auf später 25, dann nochmals auf 50. In der Spitze beschäftigte Möbel Dietz 100 Menschen. In den 1960er Jahren betrieb das Unternehmen zusätzlich drei so genannte Heidi-Supermärkte mit Lebensmitteln in Ziegenhain, Fritzlar und Frankenberg. Mit der Präsenz großer Ketten wurden die Märkte schließlich wieder geschlossen und das Unternehmen spezialisierte sich im Möbelhandel und der Produktion von Serienmöbeln. Bis 1980 wurden sie in Wasenberg gefertigt. „Danach haben wir Individuelles und Objektmöbel angefertigt. Für Banken, Praxen, aber auch Privatkunden“, erklärt Dietz.

Die Brüder Armin und Heinz-Peter Dietz übernahmen 1995 nach dem Tod des Vaters die Geschäfte. In ihrer Verantwortung wurde umfassend modernisiert, unter anderem das Küchenstudio ausgebaut, die Ausstellung erweitert - auf insgesamt 5500 Quadratmeter Fläche. „Wir haben viel diskutiert und es uns nicht leicht gemacht, den Betrieb zu schließen. Aber wir haben in der Familie einen Konsens gefunden“, erklärt der Wasenberger. Aber man wolle im Sinne der Familie alles ordentlich abwickeln.

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