Windkraft sorgt im Ottrauer Parlament für Wirbel

Soll im Januar ans Netz gehen: Auf der Gleiche werden aktuell sechs Windkraftanlagen gebaut. Noch ist unklar, ob sich die Gemeinde finanziell beteiligt. Foto: Rose

Ottrau. Der Windpark Die Gleiche beschäftigt weiter die Gemeindervertretung in Ottrau. Dort stellten Vertreter der EAM ihre Wirtschaftlichkeitsberechnung vor.

Für die kommenden Sitzung am 10. November hat Bürgermeister Norbert Miltz angekündigt, weitere Zahlen im Hinblick auf Aus- und Einnahmen der Gemeinde bekannt zu geben.

Die Entscheidung, ob sich die Gemeinde mit 1,5 Millionen an der Projektgesellschaft eines Windrads beteiligt oder sich für die Variante der Pacht ausspricht, steht noch aus.

Die Berechnung sorgt jedoch seit längerem für Unmut, insbesondere in der CDU-Fraktion. Parlamentsvorsteher Reinhard Becker empfahl die Erweiterung um einen weiteren Tagesordnungspunkt: die Einsetzung eines Akteneinsichtsausschusses. Dazu hatte im Vorfeld vier Mal der Ältestenrat getagt und schlussendlich diese Empfehlung ausgesprochen.

Einblick in Unterlagen 

Der Zwist entzündet sich an der Tatsache, dass Miltz wohl detaillierte Unterlagen zu Wirtschaftlichkeit von der EAM erhalten haben soll, diese aber der Gemeindevertretung bislang vorenthält. „Das sind Betriebsgeheimnisse. Die kann ich nicht offenlegen“, sagte er.

Matthias Wettlaufer (CDU) erklärte, dass seine Fraktion diese Rechtsauffassung nicht teile: „Wenn die Informationen an den Zuständigkeitsbereich der Gemeinde gegangen sind, haben wir ein Recht darauf.“ Gleichzeitig fragte er Miltz, ob ihm die Unterlagen privat zugegangen sein könnten. Der konterte: „Das ist eine Unterstellung, die ich auf das Schärfste zurückweise.“ Einstimmig votierten die Gemeindevertreter für einen Akteneinsichtsausschuss, der sich aus Teilnehmern aller Fraktionen zusammen setzt.

Bei der Vorstellung der Wirtschaftlichkeit durch Johannes Rudolph und Fatih Mehmet Erden (beide EAM) hatten sich zuvor schon Fragen ergeben. Markus Knoch (FWG) wollte erfahren, inwieweit der Park abgesichert sei, wenn der Partner Enercon insolvent werden würde. „Der Partner hat eine hohe Deckungsrate und gilt als sehr verlässlich“, erklärte Rudolph.

Wettlaufer wollte genaueres zu den Erträgen und den Windgeschwindigkeiten erfahren. Der „grobe Schätzwert“ liege bei 5,9 bis 6,3 Metern pro Sekunde. Auch die Abzüge durch die Fledermausabschaltung sahen die Gemeindevertreter kritisch: „Der Verlust von nur 2,7 Prozent klingt für mich zu gering“, sagte Wettlaufer. Heiner Stumpf (FWG) merkte an: „Hier gibt es noch jede Menge Informationsbedarf. Bevor sich die Gemeinde beteiligt, müssen die Konditionen klar sein.“

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