Windpark Gleiche bei Immichenhain: Die Bedenken wachsen

Rodungsarbeiten für den Windpark: Bei Immichenhain soll der Windpark Gleiche entstehen. Zum Ende des Jahres könnte er bereits in Betrieb gehen. Archivfoto: Becker

Ottrau. Kritische sehen die Gemeindevertreter Ottraus eine Beteiligung der Kommune am geplanten Windpark "Gleiche" bei Immichenhain. Das wurde während der jüngsten Sitzung fraktionsübergreifend deutlich.

Zumindestens zum gegenwärtigen Zeitpunkt. Zu unklar seien die für die Gemeinde zu erwartenden Einnahmen aus dem Windpark-Projekt.

Eigentlich wollte Bürgermeister Norbert Miltz die Gemeindevertreter über den aktuellen Stand des Windparkvorhabens informieren, woraus sich eine rege Debatte entwickelte. Denn die Beteiligung am Windpark Gleiche war ebenso Thema bei der Beratung über das Haushaltssicherungskonzept. Dort sind mögliche Einnahmen von 50 000 Euro durch den Windpark für die Gemeinde veranschlagt. Das halten die Fraktionen aber für eine mehr als unsichere Prognose und stimmten letztlich einstimmig dafür, diesen Passus aus dem Haushaltssicherungskonzept zu streichen.

„Wir glauben nicht an die Einnahmen aus der Windenergie-Nutzung“, sagte Matthias Wettlaufer, Vorsitzender der CDU-Fraktion. „Wir gehen davon aus, dass das Vorhaben sogar negative Folgen für die Gemeinde bringen könnte“, fuhr er fort.

Dagegen hatte auch die SPD-Fraktion keine Einwände. „Wir schließen uns dem Vorschlag der CDU an, denn die Gewinne, die durch den Windpark entstehen könnten, sind eine unsichere Geschichte“, sagte Fraktionsvorsitzender Reinhard Becker. „Erst wenn alle Zahlen vorliegen, können wir eine Entscheidung treffen.“

Bürgermeister Norbert Miltz machte indes deutlich, dass der Windpark auch ohne eine Beteiligung der Gemeinde Ottrau gebaut werde. Somit würden für die Gemeinde ohnehin automatisch Gewinne aus der Gewerbesteuer entstehen, so Miltz.

Zudem verwies der Bürgermeister darauf, dass der Windpark Ende des Jahres in Betrieb gehen könne. Momentan werde nach Fertigstellung der Rodungsarbeiten mit dem Bau der Zufahrtswege begonnen. Im März solle die Baustelle dann von der EAM an den Projektierer Enercon übergeben werden.

Bedenken gegen Dick

Zum geplanten Windpark Elbenröder Dick, gegen den die Gemeinde Ottrau beim RP Gießen als Einwender aufgetreten war, pocht Miltz weiter auf ein unabhängiges Gutachten hinsichtlich des Schall-, Tier und Naturschutzes. „Es liegen drei Gutachten mit drei unterschiedlichen Ergebnissen vor“, sagte Miltz. Im Falle einer Baugenehmigung des Windparks, die bislang nicht vorliegt, wolle er die Gemeindevertreter darüber abstimmen lassen, wie die Gemeinde Ottrau damit umgeht. Eine Klage habe wohl keine realistische Chance, machte Miltz deutlich.

Von Daniel Göbel

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