Möbelhaus Finke in Fuldabrück darf nicht erweitern, Zweckverband legt Veto ein

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    • 07.02.13
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Zweckverband sagt Nein

Möbelhaus Finke darf nicht erweitern: Neue Jobs sind vom Tisch

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Fuldabrück. Das Möbelhaus Finke wollte seine Verkaufsfläche in Fuldabrück auf 39.000 Quadratmeter erweitern - doch daraus wird nun nichts. Der Zweckverband Raum Kassel (ZRK) hat dem Vorhaben eine Absage erteilt.

Anziehungspunkt: Das Einrichtungshaus von Möbel-Finke in Fuldabrück-Bergshausen. Foto: Wohlgehagen

© Wohlgehagen

Anziehungspunkt: Das Einrichtungshaus von Möbel-Finke in Fuldabrück-Bergshausen.

Die Erweiterung hätte eine Aufstockung um 60 auf dann 210 Mitarbeiter bedeutet. Damit ist die Voranfrage des Unternehmens über eine Erweiterung der Verkaufsfläche von 30.000 auf 39.000 Quadratmeter zunächst vom Tisch. Der Gemeinde Fuldabrück sind die Hände gebunden: Bevor sie den Bebauungsplan ändern kann, muss der Zweckverband eine Abweichung von der im Flächennutzungsplan festgeschriebenen Verkaufsfläche auf den Weg bringen.

Finke-Gruppe hat 1600 Mitarbeiter

Die Finke-Unternehmensgruppe (Paderborn) ist eines der größten Familien-Einrichtungsunternehmen in Deutschland. Standorte gibt es in Beckum, Dülmen, Erfurt, Kassel (Fuldabrück), Jena, Münster, Oberhausen, Oer-Erkenschwiek und Paderborn. Die Finke-Gruppe beschäftigt 1600 Mitarbeiter, Jahresumsatz: 280 Mio. Euro. (ppw)

Die Ablehnung durch den Zweckverband überrascht, weil sie wesentliche Ergebnisse einer von ihm selbst beauftragten Auswirkungsanalyse der Gesellschaft für Absatzforschung (GMA) aus Ludwigsburg ignoriert. Nach der Analyse des renommierten Instituts hat das Finke-Vorhaben keine nachteiligen Auswirkungen auf Anbieter in zentralen Lagen und nur geringe Auswirkungen auf den Möbeleinzelhandel in zentralen Orten der Region. Der Standort von Finke in Fuldabrück sei in puncto Zentralitätsgebot ein Ausnahmefall, so die Gutachter, weil er auch eine Versorgungsfunktion für Kassel übernehme.

„Es gibt vor dem Hintergrund dieses Gutachtens keinen Grund, weshalb unser Erweiterungsvorhaben versagt werden soll“, sagt der Gesamtgeschäftsführer der in Paderborn ansässigen Finke-Gruppe, Dr. Rudolf Christa. Man sei mit der Gemeinde und dem Zweckverband im Dialog und versuche, argumentativ durchzudringen, so Christa weiter.

Der Finke-Geschäftsführer kündigte eine technische und optische Erneuerung des Möbelmarktes an. Das Unternehmen wolle damit auch auf das geänderte Kundenverhalten und auf neue Trends reagieren.  ZRK-Geschäftsführer Andreas Güttler wies auf im Gutachten benannte Problembereiche hin. Der Vorstand habe sich nach Verhandlungen mit den Beteiligten und der Anhörung des Fachbeirats KEP-Zentren letztlich gegen die Flächenerweiterung ausgesprochen.

Aus einer der HNA vorliegenden Stellungnahme des Einzelhandelsverbandes Hessen-Nord (EHV) wird deutlich, warum der Zweckverband kein Abweichungsverfahren eingeleitet hat: Der Einzelhandelsverband sieht Überschneidungen mit Möbelhäusern in Vellmar, Hofgeismar und Frielendorf und kritisiert die marktbeherrschende Position der Finke-Gruppe im Raum Kassel.

„Wie will der Zweckverband die zulässige Ansiedlung weiterer Konkurrenten mit vergleichbarer Verkaufsfläche ausschließen?“, fragt EHV-Geschäftsführer Martin Schüller.

Bürgermeister Dieter Lengemann (SPD) wünscht sich, dass der Zweckverband zu einer anderen Entscheidung kommt. Die Gemeinde stehe voll hinter dem Finke-Vorhaben.

Auch der SPD-Unterkreis Söhre will unterstützend wirken: Das Gutachten sei eindeutig positiv, sagte der Unterkreisvorsitzende Ingo Pahl.

Hintergrund: Kommunaler Entwicklungsplan

Mit seinem 2007 fortgeschriebenen „Kommunalen Entwicklungsplan“ (KEP-Zentren) formuliert der Zweckverband Raum Kassel bindende Vorgaben für die Flächennutzungsplanung.

Nach dieser Zielsetzung gibt es für Möbelmärkte keine Entwicklungsspielräume, die eine Verkaufsflächenerweiterung außerhalb der Innenstadt und Stadtteilzentren rechtfertigen können, weil sie tendenziell negativ für die Zentren und Versorgungsstrukturen wirken.

Bei Abweichungen lässt sich der Verband von einem Fachbeirat beraten, dem je ein Vertreter der RP-Regionalplanung, der Oberen Bauaufsicht, des Einzelhandelsverbands, des Koordinierungsbüros der IHK und HWK, der Verbraucherzentrale sowie der Bauaufsichtsämter von Stadt und Landkreis angehören.

Dem ZRK-Vorstand gehören Oberbürgermeister Bertram Hilgen und Stadtbaurat Christof Nolda an. Aus dem Kreisgebiet sind Landrat Uwe Schmidt und Bürgermeister Manfred Schaub aus Baunatal vertreten. (ppw)

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