Alltagskunst in Uslar: Bunte Kleider für die Bäume

Fallen ins Auge: Schon einige Tage vor der Nacht der Kultur haben Wolfgang Böttcher (links) und Wolfgang Ernst einige Baumstämme in der Uslarer Innenstadt in bunte Stoffe gehüllt. Fotos:  Privat/nh

Uslar. Am Graftplatz und im Forstgarten fallen kunterbunte Farben ins Auge. Die Idee zu den in Stoff gehüllten Bäumen, die bereits einige Tage vor der Nacht der Kultur in Uslar zu sehen waren, hatte Künstler Wolfgang Ernst.

Inspiriert wurde der Uslarer durch ähnliche Projekte, die er aus anderen Städten und Parks kennt. Wolfgang Ernst fasziniert die Idee, Kunst im öffentlichen Raum für jeden sichtbar und zugänglich für einen begrenzten Zeitraum zu gestalten. „Kunst, die uns im Alltag begegnen kann“, wie er sagt.

Passanten sind neugierig

Unterstützt wurde der Künstler bei den Arbeiten für diese Aktion durch Wolfgang Böttcher aus Uslar. Beide wurden bei der Gestaltung der Bäume häufig angesprochen und kamen mit Passanten ins Gespräch. „Einige lächelten und einige schüttelten mit dem Kopf, aber jeder hat sich die Zeit genommen, kurz über das Gesehene nachzudenken“, berichtet Wolfgang Ernst. Überwiegend stoße die Aktion auf große positive Neugier und Offenheit.

Wer bekleidete Bäume sucht, findet einige am Graftplatz, vor dem Rathaus in unmittelbarer Nähe zur St. Johannis-Kirche. Die zweite künstlerisch gestaltete Baumgruppe steht im Forstgarten. Dieser kleine Park am Ende der ehemaligen Fußgängerzone sollte noch mehr in das Bewusstsein der Bewohner der Stadt geholt werden, meint Ernst. „Vielleicht durch diese Aktion.“

Fröhliche Farben

Für die Baumumhüllungen haben Wolfgang Ernst und Wolfgang Böttcher mehr als 70 Quadratmeter bedruckte Baumwollstoffe verarbeitet. Eine Baumgruppe haben sie in die Regenbogenfarben der Friedensbewegung gehüllt. Die anderen Baumstämme tragen fröhlich roten Stoff mit weißen Punkten, der die Leichtigkeit der Umhüllungen betonen soll.

Mit Absicht wurden die Bäume nicht ganz verhüllt. Man habe die Form der Stämme und die Eigenart der Verästelung hervorheben wollen, erklären die Gestalter.

Für Wolfgang Ernst ist das Baumprojekt nicht die erste künstlerische Aktion in Uslar. Im Jahr 2013 hat er sich am Programm der Nacht der Kultur mit einer Lichtinstallation am alten Rathaus beteiligt. Zwei Jahre später entwickelte er eine Lichtperformence zum Thema Flucht und Asyl an und in der Johannis-Kirche, die die Besucher zum Nachdenken und Mitwirken aufforderte.

Seine verhüllten Bäume sind noch bis Mitte November in Uslar zu sehen. (shx)

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