Blühfeld im Solling als Lebensraum für Rebhuhn und Co.

Wichtige Überlebensräume für Tiere und Pflanzen: Winfried Müller auf einer mustergültigen zweijährigen Blühfläche eines Landwirts in der Delliehäuser Gemarkung. Foto: Dumnitz

Delliehausen. Nur mit Unterstützung der Landwirte finden nach Ansicht des Jägermeisters Winfried Müller (Delliehausen) viele Insekten und Kleintiere auf extra angelegten Blühflächen einen zusätzlichen excellenten Lebensraum. Blühende Kräuter auf Feldern in der Gemarkung von Delliehausen gelten seit Jahren als mustergültig.

An sieben Stellen hat der örtliche Landwirt Hermann Südhaus auf zehn Hektar Blühflächen angelegt. Auf weiteren zwei Hektar hat die Jagdgenossenschaft vier Flächen angelegt. Als Blühflächen werden in der Regel Flächen genutzt, die wegen der Bodenbeschaffenheit nicht so ideal für die Bewirtschaftung mit Getreide sind. Für Landwirte ist die Anlage daher auch eine wirtschaftliche Überlegung. 875 Euro gibt es pro Hektar als Zuschuss, 975 Euro sind es sogar, wenn die Mischung besonders gut für Bienen ist. Angesichts der aktuellen Getreidepreise kann die Anlage einer Blühfläche daher schon ein Stück weit lohnend sein, zumal es auf den Flächen keinen Pflegeaufwand gibt.

Landwirtschaftliche Flächen sind derzeit gefragt. Nicht nur für Getreide, sondern auch als Fläche für nachwachsende Rohstoffe etwa für Biosprit (Raps) und Bioenergieanlagen (Mais). Man müsse abwägen, um höchstmögliche wirtschaftliche Einnahmen zu erzielen, heißt es.

Blühflächen seien aber laut Müller vor allem bei zunehmenden Monokulturen auf riesiegen Flächen ganz wichtige Oasen. Aber ohne Einsicht der Landwirte hätten sie keine Chance. Das Prinzip ist einfach: Der Landwirt gibt an, welche Flächen er zur Verfügung stellt. Dann gibt es Geld und bis zum 15. April muss das Saatgut ausgebracht werden.

Das wird überprüft. Kontrolliert wird auch, ob die Flächen anderweitig ungenutzt bleiben. 30 Prozent einer Fläche müssen fürs Folgejahr stehen bleiben. 70 Prozent werden dann im kommenden Frühjahr erneut angesät. Grund: Mehrjährige Pflanzen bieten Rückzugsräume für Tiere und Insekten

Landkreise gegen den Trend

Laut Winfried Müller ist erwiesen, dass im Bereich der Landkreise Göttingen und Northeim, wo Blühflächen angelegt und gefördert werden, etwa das Rebhuhn entgegen des landesweiten Trends im Bestand nicht zurückgegangen ist.

Das gelte als Beweis dafür, dass Blühflächen immer mehr zu einem wichtigen Über-Lebensraum für Tiere und Pflanzen werden.

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