Bürgerinitiative protestiert und weiht Windwanderweg auf Lichtenberg ein

Zerschnitt das Flatterband: Der Verliehäuser Ortsheimatpfleger Friedbert Leßner – er gehört auch zur Bürgerinitiative Lebenswerte Lichtenbergdörfer und kandidiert für den Ortsrat – gab beim Rundgang die zweite „Minister-Wenzel-Bank“ frei. Rechts im Bild Rundgang-Mitinitiator Heinz Dunker vom Heimatverein Offensen, links Moderator Günter Schnitzler. Foto: Dumnitz

Ahlbershausen. Der als „Eröffnung eines Windwanderwegs“ angekündigte Rundgang von Ahlbershausen über den Lichtenberg am Donnerstag war ein Protest von Windkraftgegnern gegen weitere Anlagen zur Erzeugung von regenerativer Energie auf den Höhenlagen des Schwülmetals.

Das ärgert Günter Schnitzler: Ein Warnschild am Windrad auf dem Klingenhövel, das ihn in seiner Freiheit einschränkt. Foto: Dumnitz

Eingeladen dazu hatten die Bürgerinitiative Lebenswerte Lichtenbergdörfer und der Heimatverein Offensen. Gefolgt waren der Einladung laut Veranstalter rund 80 Menschen. Die nicht dabei waren, etwa der Niedersächsische Umweltminister Stefan Wenzel und Uslars Bürgermeister Torsten Bauer, bekamen von Günter Schnitzler, dem Moderator des Rundgangs und Sprechers der Bürgerinitiative, schon am Treffpunkt vor der Kirche ihr Fett weg. Jeder möge sich denken, warum sie nicht an dem Rundgang teilnehmen, sagte Schnitzler.

Beim Aufstieg zum Windrad am Klingenhövel auf dem Lichtenberg gab es Stopps mit Informationen der Windkraft-Gegner. An der ersten von den Initiatoren als „Minister-Wenzel-Bank“ bezeichneten Ruhebank am Wegesrand, für die die Ahlbershäuser Ortsvorsteherin Roswitha Gerke ein Flatterband zur Freigabe zerschnitt, informierte Friedbert Leßner über die Ziele der Bürgerinitiative.

Unterschiedliche Messungen

Leßner erinnerte an Beobachtungen und Messungen rund um das bestehende Windrad, die nicht mit Untersuchungsergebnissen der Planer und Betreiber übereinstimmen, wie er sagte.

Am Windrad angekommen zitierte Initiativen-Mitglied Heiner Ellermeyer (Arenborn) aus Medien, dass der Anteil der Windkraft-Energie bundesweit nur 2,4 Prozent ausmache. Das Windrad auf dem Lichtenberg werde seiner Ansicht nach „nur wegen der Subventionen betrieben“, so Ellermeyer.

Landkreis und Stadt

Heinz Dunker vom Offenser Heimatverein mahnte, dass Grundstückseigentümer zur „Verschandelung der Landschaft beitragen, wenn sie das Eintragen von Baulasten“ zuließen. Er befürchtet den Bau von 23 Anlagen rund um Offensen. Dem Uslarer Stadtrat riet Dunker: „Retten Sie uns vor dem Windwahn durch die Verweigerung der Baulast.“

Nicht zu Wort kamen bei dem Rundgang Ralf Buberti vom Bauamt des Landkreises Northeim und Uslars stellvertretender Bürgermeister Gerd Nolte, der am Ende des zweistündigen Rundgangs verärgert von einer „äußerst einseitigen Veranstaltung“ sprach. 

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.