Fachausschuss sagt ja: Klima-Konzept für Uslar steht

Photovoltaik und Windkraft: Im Uslarer Land gehören nach Einschätzung von Experten Windräder und Voltaikanlagen zu den Energiequellen, die es ermöglichen können, die deutschlandweite Energiewende umzusetzen. Archivfoto: Dumnitz

Uslar. Nach der Vision von Sabine Neef, geschäftsführende Gesellschafterin der Firma Merkwatt aus Braunschweig, könnte im Uslarer Land bis 2050 soviel regenerative Energie erzeugt werden, dass diese nicht nur gut für die Eigenversorgung ausreichen würde, sondern sogar noch verkauft werden könnte.

Diese Zukunftsaussichten präsentierte Neef in der öffentlichen Sitzung des Wirtschafts- und Entwicklungsausschusses im alten Rathaus vor 15 Zuhörern. Die Firma Merkwatt hat im Auftrag der Verwaltung in den vergangenen 15 Monaten mit lokalen Akteuren ein Klimaschutzkonzept erarbeitet, das Sabine Neef unter dem Titel „Klimaschutz – Pelle pro Natur, kleine Stadt – große Wirkung“ vorstellte.

Klimafreundlicher Tourismus

Danach könne man Uslar ihrer Einschätzung nach eines Tages als Stadt des Energieüberschusses und des entschleunigten Wohnens bezeichnen, das touristisch-klimafreundlich gut geeignet für die Sommerfrische sei.

Ihr Konzept soll den Handelnden eine strategische Entscheidunggrundlage liefern mit der Option der Veränderung bei neuen Entwicklungen. Vor dem Hintergrund der beschlossenen Energiewende für das ganze Land ergeben sich für Uslar Potenziale mit Windkraft- und Photovoltaikanlegen sowie der Energiegewinnung aus Wasserkraft.

Diese drei Energiequellen sind ihrer Einschätzung nach sogar effektiver als Energie aus Biogasanlagen und würden zudem der Monokultur in der Landwirtschaft entgegenwirken. Die Windkraft sei in der Region noch unter dem Durchschnitt vertreten, man müsse sich auch für den Bau geeigneter Anlagen an windertragsreichen Stellen im Wald offen zeigen, um in den kommenden Jahren unabhängiger zu werden. Gut ein Dutzend Windräder im Uslarer Land könnten mit dafür sorgen, dem Ziel näher zu kommen. Jährlich müssten zudem rund 120 Photovoltaikanlagen dazukommen.

Mehrheitlich haben die Lokalpolitiker des Fachausschusses dem Stadtrat die Zustimmung empfohlen. Nach dem Beschluss des Klimaschutzkonzeptes soll es möglich werden, einen lokalen Energiemanager anzustellen, dessen koordinierende Arbeit über drei Jahre mit 91 Prozent bezuschusst werde. Durch diesen Manager solle eine Kommunikationsplattform und öffentliche Energieberatungsstelle entstehen, um durch Einzelmaßnahmen dem Ziel näher zu kommen.

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