Fachoberschüler starten in Schönhagen eine Rakete mit Wasserdruck

Stellten ihre Projekte vor: Fachoberschüler aus Göttingen präsentierten bei ihrem Lehrer Martin Wilksch in Schönhagen ihre Arbeiten, hier eine mit Wasserdruck betrieben Rakete. Beobachter waren auch Schulleiter Bernd Wübbenhorst und die Abteilungsleiterin der Fachoberschule Technik an der BBS II, Ines Puschmann. Foto: Porath

Schönhagen. Wenn die Schüler von Martin Wilksch in Schönhagen zu Gast sind, wird es spannend. Auf dem Feld fliegt eine von Wasserdruck angetriebene Rakete, auf dem Weg davor schleudert ein Drift-Trike mit röhrendem Motor hin und her, und in der Scheune werden vollautomatisch Cocktails gemixt.

Die 20 Schüler und eine Schülerin, die an diesem Vormittag ihre Projekte vorstellen, kommen aus dem Jahrgang 12 des technischen Bereichs der Fachoberschule an den Berufsbildenden Schulen II in Göttingen, wo Wilksch unterrichtet. Alle haben sich gut vorbereitet und sind mit Begeisterung bei der Sache.

Drei Schüler berichten, dass sie in den Osterferien viel Zeit damit verbracht haben, ihr Café zu planen. Der Plan ist nahezu komplett, mit Grundriss, statischen Berechnungen, Aufsicht und Seitenansichten. Das Gebäude, würde es denn gebaut, wäre besonders energieeffizient und barrierefrei.

Automat für Cocktails

Für die Cocktail-Liebhaber hat eine andere Gruppe einen Cocktailautomaten erdacht und umgesetzt. Das vollautomatische Gerät haben Informatiker programmiert, Schüler des technischen Zweigs haben es gebaut. Herzstück ist ein ausrangierter A3-Scanner, der recycelt wurde und jetzt das Glas von Flasche zu Flasche transportiert, wo es automatisch befüllt wird.

Männerherzen höher schlagen lässt das motorisierte Drift-Trike, von den Schülern mittels 3D-Programm selbst geplant und umgesetzt. Die Hinterräder des „Dreirads“ sind so dick und glatt, dass das Gefährt mit seiner starren Achse um die Kurven schleudert.

Weniger laut, dafür ferngesteuert und nicht ganz so schnell ist der Eod-Bot, ein Kettenfahrzeug mit Kamera, die in HD-Qualität überträgt, was ihr vor die Linse kommt. Die Schülergruppe, die dieses Gerät konstruiert hat, bekam Unterstützung vom Göttinger Unternehmen Novelis, so Martin Wilksch.

Sonst stelle die Schule das Material, unterstützt von einem Förderverein. Ziel sei es aber auch, neue Ideen zu entwickeln, wie es bei dem ausrangierten A3-Scanner der Fall ist oder bei einer mit Wasserdruck betriebenen Rakete. Deren Innenleben besteht aus leeren Cola-Flaschen, die von einer Carbon-Ummantelung zusammengehalten werden.

Ausgerechnet die Rakete zeigte die Grenzen der Wiederverwertung. Weil die Raketenspitze fehlte, mussten die Schüler an dieser Stelle improvisieren und eine Spitze mit viel Klebeband anbringen. Das hielt dem Wasserdruck nicht stand. So hob am Ende nur die Spitze ab, die Rakete blieb stehen.

Neue Idee: Tauchroboter

Der guten Stimmung konnte das nichts anhaben. Und Martin Wilksch denkt auch schon weiter. Die Präsentation in Schönhagen, die im letzten Jahr zum ersten Mal stattfand, möchte er beibehalten. Wie man dann seine neue Idee für die Schüler, einen Tauchroboter, präsentieren kann, wird sich finden. (zyp)

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