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Feuerwehr drücken die Stiefel:  Einsatzkräfte brauchen nach Hersteller-Betrug neues Schuhwerk

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Schönhagen. Die Feuerwehr Schönhagen hat ein Problem: Ihr drücken symbolisch gesehen die Stiefel. Grund: Vor einigen Wochen kam die Mitteilung, dass eine Reihe von Einsatzstiefeln nicht zulässig sind. Denn: Die Feuerwehr ist einem Betrug zum Opfer gefallen.

Über 20 Feuerwehrleute aus Schönhagen, die diese Einsatzstiefel tragen und einen hohen finanziellen Eigenanteil geleistet haben, sind betroffen. Darüber hinaus offenbar Feuerwehrleute aus ganz Deutschland, die auch diese Stiefel bestellt haben, weil sie besseres Schuhwerk tragen wollten als die standardmäßigen Stiefel, die ihnen zustehen.

Auf jeden Fall müssen in Schönhagen nun neue Stiefel beschafft und eine finanzielle Lösung für alle Betroffenen gefunden werden, kündigte die Feuerwehr während ihrer Jahreshauptversammlung an. Es zeichne sich aber schon eine Lösung mit Hilfe eines Sponsors ab.

Der Anbieter, die Firma Hanrath, hatte die Stiefel damals mit DIN- und EN-Norm-Einprägungen versehen und ein Zertifikat vorgelegt, auch der Feuerwehr Schönhagen, berichtet Uslars Stadtbrandmeister Jörg Jacob zum Hintergrund. Doch dann kam es heraus: In den Jahren 2009 und 2010 wurden durch verschiedene Prüforganisationen Mängel an den Stiefeln festgestellt, die dieses Zertifikat anzweifeln ließen, erläuterte der Stadtbrandmeister. Nach weiteren Prüfungen durch Unfallkassen kam man laut Jacob zu dem Ergebnis, dass diese Stiefel keine Feuerwehrzulassung haben und das Zertifikat nicht rechtens ist. Jacob: "Aus diesen Gründen wurde der Einsatz der Stiefel der Firma Hanrath für die Feuerwehr untersagt." Unterdessen ist geprüft worden, gegen die Firma rechtlich vorzugehen. Das Problem: Sie ist inzwischen insolvent.

Der Uslarer Stadtbrandmeister und auch die Stadtverwaltung erklären zu dem Fall, dass die Stiefel für die Feuerwehr in Schönhagen ohne Zuschüsse der Stadt angeschafft wurden. Der Stadt sei also kein finanzieller Schaden entstanden. Und es handele sich auch nicht um einen Beschaffungsfehler. Dennoch sei festzustellen: Die Feuerwehr sei schlicht betrogen worden, sagte Horst Johanning.

Kleiner Trost für die Feuerwehr in Schönhagen: In der Kleiderkammer der Stadtfeuerwehr besteht die Möglichkeit, die erforderliche Grundausstattung zu bekommen, darunter auch zugelassene Lederstiefel. Will jemand eine bessere Ausführung als den angebotenen Stiefel erwerben, kann der Wert des Grundausstattungs-Stiefels als Zuschuss über den Stadtbrandmeister und die Stadt beantragt werden. Die Mehrkosten sind von den Feuerwehrleuten zu tragen. (fsd)

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