Holzbox: Aus dem altem Kindergarten enstand ein modernes Zweifamilienhaus

Genug Licht und Sicht: Blick in den Innenhof (links) und aus dem Haus auf die Fassade (hinten, rechts). Foto: nh

Volpriehausen. „Kann man da überhaupt rausgucken und kommt da genug Licht rein? Diese Fragen stellten sich die meisten Volpriehäuser, seitdem sich der ehemalige Kindergarten am Sportplatz in ein Zweifamilienhaus verwandelt hat. Denn das Haus sieht mit seiner Holzfassade in etwa aus wie ein riesiger Holzkäfig.

Wer das Haus während des Tags der Architektur am Sonntag besichtigt hat, beantwortetete die Fragen nach Aussicht und Lichteinfall eindeutig mit Ja und kam aus dem Staunen nicht heraus. Denn von dem einstigen Kindergartengebäude ist außer den Grundmauern nichts übrig. Entstanden ist ein modernes Zweifamilienhaus, das die Handschrift des Architekten Tim Grimme (Schoningen) von K 17 Steingräber Architekten trägt. Er nennt es Holzbox.

Aufgestockt für zwei Familien

Das Haus haben die beiden jungen Familien Grund/Pawlik und Bauer gebaut und leben seit 2014 darin. Dass das Objekt beim Tag der Architektur zu sehen ist, ist kein Wunder, denkt man sich schon beim Betrachten: Das massive Gebäude wurde mittels Holzrahmenbauweise aufgestockt, steht in der Beschreibung der Architektenkammer: Im Obergeschoss befinden sich raumhohe Verglasungen und ein Laubengang rundum sowie im Zentrum des Baukörpers ein Atrium, das zudem Licht in die Inneren Räume lässt. Die beiden Wohnungen liegen spiegelbildgleich nebeneinander und sind identisch.

Die gewöhnungsbedürftige Holzfassade dient als Sichtschutz, Sonnenschutz, Wetterschutz und als Absturzsicherung, erklärt Jürgen Grund. Als klar war, dass der alte Kindergarten ein neues Wohnhaus werden sollte, sollte „es schon etwas Besonderes werden“ nach dem Motto „Man kann auch anders“, berichtet Grund. Keine Frage: Er will mit dem Haus für seinen benachbarten Betrieb werben, die Tischlerei Grund. Und er hatte die Möglichkeit, bei dem Bau mit Helfern fast alles in Eigenleistung zu erledigen. Sonst wäre das auch gar nicht zu bezahlen, sagt Grund.

Entstanden ist ein Passivhaus

Entstanden ist ein Passivhaus mit zweimal 180 Quadratmeter Wohnraum. Einer der vielen Besucher – unter die Volpriehäuser mischten sich am Sonntag viele auswärtige Gäste – fragte nach den Energiekosten: 2200 Euro für Strom pro Jahr und 600 Euro für Holz – wohlgemerkt für beide Wohnungen. Die Besucher staunten – auch über den Blick von Innen auf die Holzfassade: Es ist gar nicht so schlimm und es sieht aus wie breite Jalousien. An diesem Tag richten sich die Blicke zudem auf die mordenen Inneneinrichtungen. Fazit: Die Holzbox ist ein echter Hingucker. 

Von Frank Schneider

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