Kunst zieht ins Uslarer Museum

Bilder lesen: Nach der Einführung in die Ausstellung hatten die Besucher Gelegenheit, Gemälde von Tilman Brucker zu betrachten. Als Gesprächspartnerin stand Juliane Brucker (rechts), die die Schau zusammengestellt hat, zur Verfügung. Die Gruppe steht vor dem Bild mit dem Titel „Hawking-Strahlung. Foto: Schmidt-Hagemeyer

Uslar. Landschaften, der menschliche Körper oder Phänomene der Physik – die Motive der Gemälde von Tilman Brucker sind vielfältig. Seit Sonntag ist eine Auswahl seiner Werke in der neuen Sonderausstellung des Uslarer Museums zu sehen.

Ausgewählt und zum Teil mit erklärenden Kommentaren versehen hat die Bilder die Witwe des 2007 im Alter von 63 Jahren verstorbenen Künstlers aus Bodenfelde, Juliane Brucker.

„Tilman Brucker war ein Suchender. Ihn bewegte die uralte und stets aktuelle Menschheitsfrage danach, wie unsere Welt wohl beschaffen sein mag“, sagte Juliane Brucker bei der Vernissage über ihren Mann. Dessen breites Interesse zeigte sich bereits bei der Studienwahl. Tilman Brucker hat neben Mathematik Politologie studiert und mit einem Diplom abgeschlossen. Außerdem studierte er Kunstgeschichte und arbeitete später als Fernseh- und Hörfunkautor.

Bild hängt im Rathaus

Auf seine erste Kunstausstellung 1971 in Berlin folgten zahlreiche Einzel- und Gruppenausstellungen. Im Jahr 2002 kaufte auch die Stadt Uslar eines seiner Bilder, das bis heute im Rathaus hängt.

Bereits 1996 waren Juliane und Tilman Brucker von Berlin nach Bodenfelde gezogen. Seitdem arbeitete Tilman Brucker als Journalist vorwiegend für den Rundfunk und widmete sich mehr und mehr der Malerei, wobei ihn die Landschaft des Weserberglandes inspirierte. Ein Raum der Ausstellung zeigt die so entstandenen Landschaftsbilder, die Naturansichten, Landstraßen und Dörfer zum Thema haben.

Im Eingangsbereich des Museums hängen Arbeiten aus der Zeit in der Metropole Berlin, als Menschen und deren Sehnsüchte, Ängste und Freuden Bruckers Hauptmotiv waren und der irische Künstler Francis Bacon sein Vorbild. In den Bildern, die rechts nebenan im „Physik-Raum“ zu sehen sind, ließ sich Brucker zum Beispiel vom Phänomen der Schwarzen Löcher oder Schrödinges Katze und der Relativitätstheorie leiten. Besonders diese Bilder hat Juliane Brucker mit ausführlichen Erläuterungen versehen.

Offiziell eröffnet wurde die Ausstellung am Sonntag durch Uslars stellvertretenden Bürgermeister Gerd Kimpel, der die Vielseitigkeit des Künstlers hervorhob. Juliane Brucker dankte er für ihr Engagement bei der Vorbereitung der Schau.

Mit der Ausstellung ziehe wieder Kunst ins Museum ein, sagte Kimpel und erinnerte daran, dass auch der Verein Art Uslar hier bereits mehrfach Bilder gezeigt hat. (shx)

Die Sonderausstellung „Bilder lesen – Eine kommentierte Werkausstellung von Tilman Brucker“ läuft bis zum 6. November. Geöffnet ist das Museum Uslar dienstags bis sonntags von 15 bis 17 Uhr, freitags von 10 bis 12 Uhr.

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