Landkreis lehnt Windrad bei Fürstenhagen ab

Ursprüngliche Planung für den Schiffberg: So hatten sich die Bürger-Windpark-Betreiber das Projekt für Fürstenhagen vorgestellt. Jetzt ist es ganz vom Tisch. Fotomontage: Privat/nh

Fürstenhagen. Im Wirtschafts- und Entwicklungsausschuss der Stadt Uslar war es nur eine kurze Mitteilung. Für die Ortschaft Fürstenhagen ist sie aber von großer Bedeutung: Bürgermeister Torsten Bauer teilte mit, dass der Landkreis Northeim das beantragte Windrad bei Fürstenhagen ablehnt.

Das Windenergieprojekt hatte das Dorf, das zu Uslar gehört, aber nur über hessisches Gebiet zu erreichen ist, in zwei Lager geteilt. Von einer tiefen Spaltung war zuletzt die Rede. Auf der einen Seite standen die Befürworter, die im April 2012 im Ortsrat ihr Projekt vorstellten: Eine Bürger-Windkraftanlage mit drei Windrädern, die etwa einen Kilometer vom Ort entfernt am Schiffberg gebaut werden sollten.

Bürgerinitiative wurde aktiv

Auf der anderen Seite stand eine Bürgerinitiative pro Fürstenhagen, die ziemlich schnell ins Leben gerufen wurde und gegen die Pläne der Windkraftanlage anging.

Unterdessen änderte die Betreibergesellschaft ihre Pläne: Am Ende sollte zunächst nur ein Windrad gebaut werden. Grund dafür sei gewesen, dass nicht mehr Strom vom Standort aus abtransportiert werden könne.

Viereinhalb Jahre nach der ersten öffentlichen Präsentation, liegt nun eine Entscheidung auf dem Tisch: die Ablehnung.

Ortsbürgermeister Georg-Wilhelm Elias sagte am Donnerstag auf Anfrage der HNA, dass er es sehr bedauere, dass es zu dem Konflikt gekommen ist. Allerdings findet er es übertrieben, von tiefer Spaltung im Dorf zu sprechen. Das betreffe einige wenige, aber bei weitem nicht alle.

Zum einen biete jetzt die Entscheidung des Landkreises eine Chance und Hoffnung für den Ort, zum anderen die Ortsratswahl am Sonntag. Der alte Ortsrat, der sich für die Windkraftanlage ausgesprochen hatte, hat sich entschieden, nicht mehr bei der Kommunalwahl anzutreten, um dem Dorf auch in dieser Beziehung eine Chance auf einen Neuanfang zu geben.

Elias formulierte es so: „Wir sind auf dem Weg der Besserung, und die Zeit heilt alle Wunden.“ (fsd) Archivfoto:  Schneider

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