Landkreis: Zulassungsstelle in Uslar zieht auf den Eichhagen um

Soll das neue Domizil werden: Die Zulassungsstelle soll ins Haus Gerhart-Hauptmann-Straße 10 ziehen. Dort bündelt der Landkreis seine Uslarer Verwaltungseinheiten. Foto: Schneider

Uslar. Die KfZ-Zulassungsstelle in Uslar zieht zum Ende des Jahres auf den Eichhagen und kommt im heutigen KVHS-Haus, früher die Sonderschule, unter. Das hat der Landkreis Northeim bestätigt. Er will seine Uslarer Verwaltungseinheiten im Haus Gerhart-Hauptmann-Straße 10 bündeln. Die Stadt Uslar ist überhaupt nicht damit einverstanden, dass die Zulassungsstelle den Standort beim Tüv (Zur Schwarzen Erde) verlässt. Wir haben dazu Fragen und Antworten zusammengestellt.

Was hat der Landkreis vor und was steckt dahinter?

Der Landkreis bündelt seine in Uslar vorhandenen Verwaltungseinheiten. Kreis-Pressesprecher Dirk Niemeyer: „Umziehen wird die Zulassungsstelle von ihrem jetzigen Standort (Zur Schwarzen Erde) zum Standort in die Gerhart-Hauptmann-Str. 10. Auch der Fachdienst Gesundheitsdienste wird vom jetzigen Standort Lange Str. 30/32 auf den Eichhagen umziehen.“ Dort werden laut Niemeyer nach dem Umzug folgende Dienststellen des Landkreises Northeim untergebracht sein: Erziehungsberatung, Allgemeiner Sozialdienst, PACE (Pro-Aktive-Center), Zulassungsstelle, Gesundheitsdienste, Kreisvolkshochschule und zusätzlich die Jugendhilfe Südniedersachsen.

Was ist der Grund für die Bündelung?

Für die Unterbringung der Dienststellen in angemieteten Gebäuden oder Räumen mussten laut Landkreis bisher jährlich 24 000 Euro für Miete und die benötigte Infrastruktur gezahlt werden. Mit dem Umzug in das kreiseigene Gebäude entfallen diese Aufwendungen, so der Landkreis.

Darüber hinaus ergeben sich weitere Verbesserungen: Das Gesundheitsamt war bisher nicht barrierefrei untergebracht. Das werde im Erdgeschoss am neuen Standort gewährleistet.

Für die Mitarbeiterinnen der Zulassungsstelle Uslar werde sich die räumliche Situation ebenfalls verbessern. Die derzeitige Unterbringung im Container des Tüv bringe große Temperaturschwankungen mit sich: Im Sommer werde es schnell zu heiß, bei niedrigen Außentemperaturen sei frühzeitiges Heizen notwendig. Auch der Aspekt des Datenschutzes werde sich für die Kunden verbessern. Der jetzige Wartebereich befindet sich unmittelbar vor den Arbeitsplätzen. „Wartende Kunden können die Gespräche ohne Mühe mithören, wobei es auch häufig um sensible Themen wie Steuerschulden, Zahlungsrückstände, Fahrerlaubnisangelegenheiten etc. geht“, schreibt Dirk Niemeyer.

Gibt es einen Zeitplan für den Standortwechsel?

Einen genauen Umzugstermin für Zulassungsstelle und Gesundheitsamt gibt es noch nicht. Die bisher angemieteten Räume sind laut Landkreis jedoch zum 31. Dezember gekündigt, so dass der Umzug in diesem Dezember erfolgen muss. Pressesprecher Niemeyer: „Zum 1. Januar 2017 sollen dann sämtliche Dienststellen der Kreisverwaltung in Uslar in einem Gebäude erreichbar sein.“ (fsd)

Das sagt Uslars Bürgermeister

In Uslar hat sich politisch gesehen eine breite Front gegen den Umzug der Zulassungsstelle von der Schwarzen Erde in die Gerhart-Hauptmann-Straße gebildet. Bürgermeister Torsten Bauer, Vertreter aller Fraktionen aus dem Stadtrat und hiesige Kreistagsabgeordnete sagten bei einem Termin bei Landrätin Astrid Klinkert-Kittel, dass in Uslar Einigkeit bestehe, dass der Umzug der Zulassungsstelle eine Verschlechterung darstellt. Bauer sprach von einer optimalen Situation am Festplatz mit dem dortigen Gelände, der Zusammenarbeit mit dem Tüv, der allgemein guten Lage und der Tatsache, dass die Zulassungsstelle gut angenommen werde.

Ein Umzug bedeute eine erhebliche Verschlechterung, weil der neue Standort in einem Wohngebiet mit engen Straßen und zudem neben der Grundschule liegt. Morgens und Mittags herrsche dort viel Verkehr. Man befürchte eine erhebliche Beeinträchtigung für das Wohngebiet Eichhagen, unter anderem durch Schwerverkehr und landwirtschaftliche Nutzfahrzeuge,, wenn die zur Zulassungsstelle auf dem Eichhagen unterwegs sind. (fsd)

Das sagt der Landkreis Northeim

Northeims Landrätin Astrid Klinkert-Kittel hat der Uslarer Abordnung gegenüber zum geplanten Umzug der Zulassungsstelle innerhalb der Kernstadt Uslar als Hauptargumente die Kosteneinsparung und ihre Fürsorgepflicht gegenüber den Mitarbeiterinnen ins Feld geführt (siehe oben).

Eine Verkehrsbelastung durch Schwerverkehr und landwirtschaftliche Nutzfahrzeuge sind für den Landkreis nicht nachvollziehbar: Weder in Northeim noch in Einbeck seien derartige Fahrzeuge auf den Parkplätzen der Zulassungsstellen zu finden. Es bestehe keine Notwendigkeit zur Vorführung dieser Fahrzeuge bei der Zulassung. Deshalb kämen Landwirte und Transportunternehmer mit dem Auto. Derartiger Fahrzeugverkehr sei in Uslar bisher allein durch die Nähe zum Tüv begründet.

Probleme durch die Nähe zur Grundschule Uslar sieht der Landkreis Northeim ebenfalls nicht: Die Schulzeiten kollidierten nicht mit den Öffnungszeiten der Zulassungsstelle, so dass kein Konflikt durch den Verkehr zur Grundschule und den Kunden der Zulassungsstelle entstehe. (fsd)

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