„Kampf ums Überleben“

Mobilfunk und WLAN: Gesundheit von Daniela Suchalla leidet unter Strahlung

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Auf den ersten Blick unscheinbar: Richtfunkmasten und Antennen auf einem Dach. Diese Sendeeinrichtungen sind wichtig für Mobilfunk, Telekommunikation sowie Radio und Fernsehen.

Eschershausen/Arenborn. Ein bisschen ist es wie Karussellfahren. Der eine hat Spaß an dem sich drehenden Teil, der andere reagiert mit Unwohlsein. Daniela Suchalla (49) aus Arenborn leidet massiv unter Mobilfunkstrahlung und den Wellen des drahtlosen lokalen Netzwerkes WLAN.

„Das ist mittlerweile ein täglicher Kampf ums Überleben“, sagt sie.

Herzrhythmusstörung, Schwindelanfälle, Kopfschmerzen, Schwächeanfälle, Panik, ein rasender Puls, taube Gliedmaßen und sogar Todesangst bestimmen ihren Alltag. Der Grund: Im Juni 2012 wurde in unmittelbarer Nähe ihres Wohnareals in Arenborn ein Richtfunkmast aufgestellt. Seitdem dieser sendet, ist ihre Gesundheit stark beeinträchtigt. „Das bilde ich mir nicht ein, das ist so“, sagt die Naturheilkundlerin und Osteopathin für Pferde.

Strahlen treffen alle Menschen

Elektrosmog, Strahlen und Wellen treffen alle Menschen gleich, sagt die zweifache Mutter Daniela Suchalla. Sie treffen die Frequenzen jedoch besonders, weil sie dafür besonders sensibel ist und ihr Körper unmittelbar reagiert. Wie sich die andauernde Bestrahlung auf die Gesundheit anderer Menschen auswirke, sei unterschiedlich. Langzeitstudien gebe es noch nicht. Viele verdrängen das Problem, weil beispielsweise heute jeder ein Handy nutzt, ohne sich Gedanken über die mögliche Gefährlichkeit der Strahlung zu machen. Und nicht alle seien gleich sensibel.

Auf den ersten Blick unscheinbar: Richtfunkmasten und Antennen auf einem Dach. Diese Sendeeinrichtungen sind wichtig für Mobilfunk, Telekommunikation sowie Radio und Fernsehen.

Die 49-Jährige hat sich näher mit dem Thema beschäftigt und ihre Schlüsse gezogen. Die Schwingungen durch die Sendefrequenzen erreichen ihr Gehirn und lösen die genannten Reaktionen aus. Das fühle sich an, wie in einer Mikrowelle gegart zu werden. Dagegen kann sie sich in ihrem Wohnumfeld in Arenborn nicht schützen. Deshalb zog sie aus. Zunächst zu einer Freundin nach Oedelsheim. Da wurde es nicht viel besser. Alle Grenzwerte würden eingehalten, zitiert sie das Bundesnetzwerk.

Vergangenen Sommer lebte sie ein paar Wochen in ihrem Wohnwagen, der auf einer Wiese bei Eschershausen stand. Wegen Problemen musste die mobile Unterkunft jedoch wieder aus dem Naturschutzgebiet entfernt werden. Zwischenzeitlich hat sie ein kleines Gartenhaus am Ortsrand von Eschershausen gekauft. Die erste Zeit konnte sie dort gut und beschwerdefrei leben.

Übernachten im Funkloch

Dann ließen die Nachbarn ihr WLAN rund um die Uhr laufen. Seitdem fährt sie mit ihrem Auto nachts an eine Stelle in der Natur, die im Funkloch liegt und damit strahlenfrei ist. Wenn sie die Nacht strahlenfrei verbringt, kann sie den Alltag nahezu normal bewältigen. Kümmert sich dann auch um ihre Familie und die Tiere auf dem Bauernhof in Arenborn.

Die strahlenfreie Nacht reicht als Regenerationsphase, sagt sie. Sie ist überzeugt, dass sie sich nur selbst helfen kann. Die nächsten kalten Wochen bis Ende März will sie in Brasilien und Paraguay verbringen. Und jeden Tag weiter ums eigene Überleben kämpfen. (jdx)

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