Neubau der Bundesstraße ab Volpriehausen: Mega-Baustelle ab Oktober

Vor dem Baubeginn: Die neue Bundesstraße 241 wird parallel zur Bahnlinie – wie unten schon vor dem Ort zu sehen – durch Volpriehausen bis Bollensen fortgeführt. Luftbild: Stefan Rampfel

Volpriehausen. Der Neubau der B241 von Volpriehausen bis Bollensen wird ein Mega-Projekt werden. Darüber wurde am Donnerstagabend informiert.

 

Der Informationsabend der Straßenbaubehörde Gandersheim und der Stadt Uslar über den Neubau der Bundesstraße 241 von Volpriehausen bis Bollensen am Donnerstagabend vor über 200 Zuhörern in der Glückaufhalle brachte enorm viele Fakten, vor allem aber eins: Das Projekt zur Fortführung der Neubaustrecke über gut fünf Kilometer mit voraussichtlichen Kosten von 32,8 Millionen Euro wird in jeder Beziehung eine Herausforderung. Eine Zusammenfassung.

Der Zeitplan

Volles Haus: Über 200 Bürger kamen zum Informationsabend über den Neubau der B 241 in die Glückauf-Halle. Foto: Schneider

Mit einem symbolischen Spatenstich unter anderem mit Niedersachsens Wirtschaftsminister Olaf Lies soll es am 25. Juli losgehen. Baubeginn ist aber erst im Oktober mit Fällarbeiten. Damit wird der Bewuchs auf der Trasse neben der Bahn bis Bollensen entfernt, gleichzeitig mit dem Ausbau der Wirtschaftswege begonnen, in Bollensen wird ein außerhalb des Ortes gelegenes Haus abgerissen. 2017 werden erste Regenrückhaltebecken gebaut sowie die neue Anbindung der Schlarper Straße und der Rothenbergstraße sowie eine Stützwand am Freibad. 2018 folgen Brückenbauwerke und Stützwand am Freibad. 2019 wird die Schlarper Straße im Bereich B 241-Unterführung tiefergelegt. 2020 beginnen die Erdarbeiten für den Straßenbau, 2021 steht die Restabwicklung auf dem Programm.

Der Bauplan

Die neue Bundesstraße verläuft, wenn man vom Bollert runterkommt, geradeaus weiter links neben der Bahntrasse bis kurz vor Bollensen. Von dort führt ein so genannter Querschlag im Bereich des Wäldchens und der Schweineweide der Bollensen Junggesellen auf die alte Trasse zurück. In Volpriehausen wird die neue Straßen neben der Bahntrasse in der Ortslage auf einer Länge von 1,2 Kilometer ähnlich wie der Trog der B 3 in Northeim tiefergelegt – weit unterhalb der Bahnlinie und kommt erst nach Volpriehausen wieder aus das Gleisniveau. Ein Teilstück von 800 Metern bekommt drei Fahrstreifen (2 plus 1), der Rest wird normalspurig.

Bedingt durch die aufwändigen Arbeiten im Bereich Schlarper Straße/Rothenbergstraße, Freibad kommt es dort verkehrstechnisch zu einer zweijährigen Sperrung. Die Folge: Der Verkehr wird offiziell über Schlarpe umgeleitet. Fußgänger sollen soweit wie möglich die Baustelle passieren können.

Die Stimmung

Die Volpriehäuser blicken mit Sorgen auf die bevorstehenden fünf Jahre Bauarbeiten. Die Straßenbaubehörde versicherte aber mehrfach, die Belastungen so gering wie möglich zu halten. In vielen Bereichen würden immer noch Gespräche geführt. Deutlich wurde vor allem, dass sich das Landhotel Am Rothenberg um seine Zukunft sorgt und die Bürgerinitiative Bollert-Dörfer um das Freibad.

Dirk Schwarz vom Landhotel und von der Bürgerinitiative Bollert-Dörfer kündigte eine Unterschriftenaktion an, mit der für diese Initiative ein Mandat gefordert wird. Ziel sollten seiner Meinung nach monatliche Treffen mit der Straßenbaubehörde sein. Volpriehausen befinde sich in Schockstarre, sagte Schwarz. Deshalb sei ein Konsens zu finden. Straßenbauamtschef Udo Othmer signalisierte Gesprächsbereitschaft.

Was kommt danach?

Um den nächsten Abschnitt, die Ortsumgehung für Uslar, sieht es nicht gut aus: Sie steht nicht einmal im Entwurf für den Bundesverkehrswegeplan. Eberhardt Tegtmeyer von der Bürgerinitiative pro B 241 kritisierte in dem Zusammenhang vor allem den zuständigen parlamentarischen Staatssekretär Enak Ferlemann (CDU) und macht ihn dafür verantwortlich. Die Bollenser sehen sich unterdessen bei dem Projekt „am Ende der Nahrungskette der Straße“: Der Verkehr führt weiterhin durch Bollensen. Dennoch, so versicherte Ortsbürgermeister Stefan Riehm: „Wir sind froh, dass es weiter geht.“

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