Renovierung in der St.-Johannis-Kirche hat begonnen

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Feinarbeit: Orgelbaumeister Willehard Schomberg mit den Pfeifen der Euler-Orgel in der Uslarer St.-Johannis-Kirche.

Uslar. Auf der Empore der Uslarer St.-Johannis-Kirche sieht es chaotisch aus, allerdings nur bei einem flüchtigen Blick. Wer genau hinschaut, entdeckt die penible Ordnung, mit der Orgelbauer Burkhard Klimke aus Holzwickede und seine beiden Kollegen arbeiten.

Drei Wochen, schätzen sie, werden sie zur Säuberung der 168 Jahre alten Euler-Orgel benötigen.

Vor allem Schimmel hat sich in dem gewaltigen Instrument breit gemacht, Schimmel wie er auch in ganz normalen Kellern zu finden ist. Er muss beseitigt werden, bevor größere Schäden entstehen.

Kreiskantor Ole Hesprich (41) freut sich über den Fortschritt der Arbeiten. Denn er wird nach ihrer Beendigung nicht nur wieder auf einer der herausragenden Orgeln Südniedersachsen spielen können, sondern sie wird ihm auch neue klangliche Variationen ermöglichen. Das neue Register „Wellen des Meeres - Unda maris 8“ wird die bisherige Terzzimbel ersetzen. „Unser Orgelbauer Burkhard Klimke hat das Register gestiftet“, sagt Ole Hesprich.

Das Register umfasst 42 Pfeifen. „Sie stammen aus einer Orgel in England und wurden um 1865 gefertigt“, erläutert Orgelbauer Klimke, wobei er sanft mit einer Hand über eine der empfindlichen Pfeifen streicht. Er ist sich mit Ole Hesprich einig, dass der weiche, violinenartige Klang dieser Pfeifen wesentlich besser zum Klangbild der Orgel passt, als der scharfe Ton der Terzzimbel.

OleHesprich

Doch noch liegen die silbern glänzenden Pfeifen ordentlich aufgereiht vor der Orgel und warten auf ihren Einbau. Während Burkhard Klimke und Orgelbaumeister Willehard Schomberg dort mit Feinarbeiten beschäftigt sind, hockt ihr Auszubildender Richard Rademacher unter dem Dach des Instruments und nimmt sich mit einer langen Bürste die großen Pfeifen vor.

Rund 1500 Stück werden die Drei bis zum Ende ihres Auftrags dann in die Hand genommen und gesäubert haben. Außerdem müssen sie den gesamten Holzaufbau des Instruments bis in die letzte Ecke hinein mit viel Geduld vom Schimmel befreien.

Lob für saubere Luft

So ganz nebenbei gibt es dabei ein Lob für die saubere Luft im Solling. Klimke: „Wenn wir im Ruhrgebiet Orgeln reinigen, haben wir es mit ganz anderen Mengen Staub und mit Ruß zu tun.“

Den Abschluss der 20 000 Euro teuren Großreinigung wird die Gemeinde am Sonntag, 15. September, ab 18 Uhr mit einem Gottesdienst feiern. In ihm wird es ganz viel Orgelmusik geben, sagt Ole Hesprich. Und dabei werden natürlich auch die „Wellen des Meeres“ ihren sphärischen Klang in der Kirche verbreiten. Anschließend erläutert Hesprich die Funktionsweise des Instruments. (zhp)

Die Finanzierung

Zur Finanzierung der Orgelreinigung benötigt die Kirchengemeinde St. Johannis noch Spenden. Insgesamt kostet die Maßnahme knapp 20 000 Euro.

5200 Euro davon steuert das Landeskirchenamt bei. 11 200 Euro sind bereits durch Spenden zusammengekommen. Kantor Hesprich: „ Jetzt fehlen noch 3600 Euro, die die Kirchengemeinde selbst finanzieren muss.“ (zhp)

Fotos von der Renovierung

Renovierung in der St.-Johannis-Kirche

Spendenannahme: Kirchenkreisamt, Mühlenstraße 18, bei Birgit Lange; Volksbank Solling, Verwendungszweck Orgel St. Johannis, Konto Kirchenkreisamt Northeim Nr. 40920000 (BLZ 262 616 93) oder bei der Volksbank direkt

Von Hans-Peter Niesen

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