Vierbeinige Landschaftspfleger beweideten erfolgreich Wiesentäler im Solling

Pause für tierische Rasenmäher

Treue Helfer bei der Landschaftspflege: Ein weißgehörnter Heidschnuckenbock aus der Herde von Sabine Schumacher. Archivfoto: Dumnitz

Dassel/Relliehausen. Für die Schafe und Ziegen, die als tierische Rasenmäher für das Forstamt Dassel der Niedersächsischen Landesforsten bis zum Herbst im Solling eingesetzt waren, ist noch Winterpause.

Die Vierbeiner helfen bei der Bewirtschaftung der Lummerkewiesen bei Relliehausen und Sievershausen.

Jetzt ziehen Förster und die Naturschützer eine erste positive Zwischenbilanz: Die vorbildliche Pflege dieser Wiesen hatten die vierbeinigen Landschaftspfleger von Sabine Schumacher (Sievershausen) übernommen (wir berichteten). Sie ist nicht nur Tierhalterin, sondern auch Vorsitzende des Ortsvereins Dassel-Einbeck Naturschutzbundes Nabu. Bis zum Wintereinbruch vergangenen Jahres war ihrer Herde fressender Weise auf den Lummerkewiesen unterwegs.

Zur Herde gehören weiß gehörnten Heidschnucken, Skudden (alte ostpreußische Schafrasse) sowie Buren- und Zwergziegen. Die Tiere fraßen mit Vorliebe Brombeer-Sträucher und junge Bäume wie Hainbuchen und Birken.

So stoppten sie die Verbuschung und sorgten für den Erhalt der Wiesentäler. Mit dem Ergebnis zeigte sich Olaf Müller zufrieden. „Im kommenden Frühjahr werden wir die Herde von Sabine Schumacher wieder engagieren, um die Grundinstandsetzung der Lummerkewiesen fortzuführen“, kündigt der Revierförster aus Relliehausen an.

Die Tiere sind eine gute Alternative zur jährlichen maschinellen Mahd im späten Sommer. Die Wiesenhängen sind an einigen Stellen sehr steil und mit Maschinen nur schwer zu mähen“, so Müller. Auch der sonst nötige Abtransport des Grünschnitts werde so vermieden.

Gemischte Tierherde

Die Zusammenstellung der gemischten Herde garantiere ein breites Zurückdrängen von Gräsern sowie von krautigen und holzigen Pflanzen. Die Wiesen würden nicht überdüngt, was den konkurrenzschwachen Blütenpflanzen hilft, sich gegen sonst vorherrschende Gräser durchzusetzen. Außerdem werde der Lummerkebach vor dem Eintrag von Dünger bewahrt. Beides sei im europäischen Schutzgebiet „Ilme und Nebenbäche“ besonders wichtig.

Die Lummerke ist ein kleiner Bach, der im östlichen Solling entspringt und kurz vor Relliehausen in die Ilme mündet. Sie durchfließt ein abwechslungsreiches Gebiet mit wichtigen Naturschutzfunktionen zum Schutz für Flora und Fauna, heißt es. Die Lummerkewiesen sind waldfreie Täler, wie sie für den Solling typisch sind. Die offenen Wiesenflächen sind besonders artenreich und ökologisch wertvoll. Hier leben seltene Pflanzen- und Tierarten. Ziel der Landesforsten ist es, Wiesen im Solling extensiv zu pflegen, um damit die Artenvielfalt dieser Wiesen zu erhöhen.

Außerdem soll das typische Landschaftsbild mit den offenen Wiesentälern erhalten bleiben. Ohne Mahd oder Beweidung würden die malerischen und naturschutzfachlich wertvollen Wiesentäler zuwachsen und nach und nach verschwinden. (jde)

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