Solling-Heimatverein Delliehausen bekommt Preis für wilde Äpfel

Erntezeit: Auf der Streuobstwiese wurden 36 Apfelbäume alter Sorten angepflanzt. Vor der Preisübergabe begutachtete Karsten Behr von der Bingo-Umweltstiftung (2. von rechts) die ersten reifen Äpfel. Links neben ihm steht Winfried Müller, der die Idee für das Projekt entwickelt hat. Im Hintergrund ist die bereits 1997 angelegte Fläche mit Wildbirnen und Wildäpfeln zu sehen. Foto: Schmidt-Hagemeyer

Delliehausen. Als Projekt des Monats hat die Bingo-Umweltstiftung die Delliehäuser „Wild- und Streuobstwiese“ ausgezeichnet. Nachdem das Naturschutzprojekt des Solling-Heimatvereins von der Stiftung bereits bei der Anlage mit 6000 Euro gefördert worden war, erhielt der Verein nun weitere 500 Euro Preisgeld.

Das Projekt

Vor der Scheckübergabe nutzte Karsten Behr, Geschäftsführer der Niedersächsischen Bingo-Umweltstiftung die Gelegenheit, das Gelände am Ortsrand persönlich in Augenschein zu nehmen. Zwei Jahre nach der Einweihung hängen an den 36 Bäumen die ersten reifen Äpfel. Angepflanzt wurden ausgewählte alte Sorten wie der Moringer Rosenapfel. Damit sich Spaziergänger Anregungen für einen Apfelbaum im eigenen Garten holen können, hängt an jedem Baum ein Schild mit dem Sortennamen.

Winfried Müller, Ehrenvorsitzender des Solling-Heimatvereins und Initiator des Projekts, wies auf den hohen ökologischen Wert der benachbarten Fläche mit mehr als 1000 Wildäpfeln und Wildbirnen hin. Die Wildobstfläche wurde bereits 1997 von der Revierförsterei Delliehausen angelegt. Genutzt wurde Saatgut, das die Forstliche Versuchsanstalt Niedersachsen von Wildobstbäumen im Wald geerntet hatte.

Entstehungsgeschichte

Das aus menschlicher Sicht ungenießbare Wildobst sei wichtig für Tiere, erklärte Müller, weil es den ganzen Winter über Nahrung bietet, während die kälteempfindlichen Kultursorten vergehen. Für das Projekt der Wild- und Streuobstwiese hatte der Heimatverein das 13 155 Quadratmeter große Gelände von den Niedersächsischen Landesforsten gekauft und mit viel Arbeit umgestaltet. Unter anderem mussten rund 100 Weiden, Fichten, Ahorne und Birken gefällt und zum Teil vorsichtig aus dem Wildobstbestand gezogen werden.

Die Finanzierung

Finanziert wurde das Projekt durch den Landkreis Northeim, der 10 000 Euro für den Grundstückskauf gab. 3000 Euro brachte der Heimatverein in Form von Eigenleistung ein. 1000 Euro steuerte die Stiftung Kulturlandpflege, 6000 Euro die Bingo-Umweltstiftung zu.

Projekt des Monats

Die Stiftung bedachte den Verein nun mit weiteren 500 Euro für das „Projekt des Monats“. Der Solling-Heimatverein habe einen wertvollen Beitrag zur ökologischen Aufwertung von Delliehausen geleistet, heißt es in der Begründung. Die Anpflanzung einer Streuobstwiese neben einer Fläche mit Wildobst sei eine außergewöhnliche Maßnahme. „Das ist etwas Einmaliges“, lobte Geschäftsführer Behr beim Überreichen der Urkunde an den Vorsitzenden des Heimatvereins, Wolfgang Boeder.

Für den Landkreis gratulierte Ralf Buberti und hob das ehrenamtliche Engagement hervor. Auch Uslars Bürgermeister Torsten Bauer lobte das Engagement und sagte: „Man braucht Ideen und Fachwissen. Das kommt hier gut zusammen.“ (shx)

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