Studie an der IGS Bodenfelde: Schüler sind gut organisiert

Interessierte Zuhörer bei der Präsentation: Bei der Vorstellung der Untersuchungsergebnisse lauschte auch die neue Landrätin Astrid Klinkert-Kittel (vorn links) in der Schulaula den Ausführungen von Thomas Gräbel und Hille von Seggern (von rechts) vom Studio Urbane Landschaften. Foto: Dumnitz

Bodenfelde. Bildung ist einer der wichtigsten Schlüsselfaktoren für die Zukunftsperspektiven der Gesellschaft. In Kooperation mit der Wüstenrot-Stiftung ist zu dem Thema seit September 2013 eine Studie entstanden, deren Ergebnis jetzt in der Heinrich-Roth-Gesamtschule Bodenfelde vorgestellt wurde.

Die Gesamtschule war neben einer vergleichbaren Bildungseinrichtung aus Hamburg St. Pauli Ort der Untersuchung. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie sich der (Bildungs-)Alltag junger Leute in der Stadt von dem derjenigen, die auf dem Land leben, unterscheidet.

Denn Bildungschancen von Jugendlichen hängen nicht allein vom Schulstandort und dessen Bildungsangeboten ab. Immer mehr werden sie von räumlichen Gegebenheiten, der Infrastruktur, Mobilitätsangeboten sowie den demografischen und sozialen Bedingungen beeinflusst.

Thomas Gräbel vom Studio Urbane Landschaften (Hamburg) hat das Projekt mit begleitet und nun in Bodenfelde präsentiert. Ausgewählt wurde die Weser-Gemeinde nach einem Blick auf die Landkarte. Die Heinrich-Roth-Gesamtschule und die Stadtteilschule in Hamburg-St. Pauli erfüllten die Kriterien. Während in Hamburg Wohnraum teuer und die Infrastruktur gerade im Nahverkehr sehr gut ist, sind die Verhältnisse in Bodenfelde umgekehrt.

Und so wurde geforscht: An zwei Freizeit- und zwei Schultagen beobachteten vier 14-jährige Schüler aus St. Pauli vier gleichaltrige Mitschüler an der Oberweser mit Filmkameras.

Maximal anderthalb Stunden Filmmaterial wurden pro Tag und Kamera aufgenommen. Daraus wurde am Ende ein Film von maximal zehn Minuten pro Schüler.

Freizeit, Alltag, Mobilität

Beteiligt war neben den Schülern Lehrer Reinhard Papesch, der die 148 Seiten starke gedruckte Präsentation mit zahlreichen Abbildungen lobte. „Das war spannend, weil es doch um Freizeit, Schulalltag und Mobilität ging.“ Dinge, die dafür sorgen, ob junge Menschen eine Region als attraktiv oder eher unattraktiv empfinden.

Bildungslandschaften

Die räumliche Ebene, so das Ergebnis der Studie, hat eine wichtige Bedeutung für die Verfügbarkeit von Chancen und die Ausprägung von Restriktionen. Aus dem Zusammenwirken von Bildung und Raum entstehen lokale Bildungslandschaften.

In dem Forschungsprojekt sind die Unterschiede in den Bildungslandschaften von Jugendlichen im ländlichen Raum und in der Stadt beschrieben. Die Ergebnisse basieren auf einem Untersuchungsansatz, der gezielt die Sicht von Experten mit Erfahrungen und der Wahrnehmung von Jugendlichen zusammenführt.

Anregung für Kommunen

Die Ergebnisse der Studie sollen sowohl Städten als auch Gemeinden bei der Entwicklung ihres Raumes als Bildungslandschaft unterstützen. Landrätin Astrid Klinkert-Kittel wollte von Gräbel und Hille von Seggern wissen, ob die Jugendlichen aus St. Paula und Bodenfelde denn tauschen wollten. Es seien Antworten von „niemals“ bis „ja“ gekommen, hieß es.

Aufgefallen sei, dass sich Jugendliche im ländlichen Raum offenbar gut organisiert haben. (jde)

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