Mit der Teppich-Sonde auf der Suche nach Gas-Lecks

Gasleitungskontrolle auf der Baustelle B 241 in Uslar: Reinhard Klaus (rechts) mit dem Gasspürgerät und Regioteamleiter Bernd Franke von der Energienetz Mitte. Foto: Schneider

Uslar. Reinhard Klaus schiebt ein flaches Plastikteil so groß wie ein Din-A-4-Blatt vor sich her. Es ist an einem Stil mit Griff und Rädern angebracht. Um Klaus’ Oberkörper hängt ein Laptop mit GPS-Empfang, von dem sich sein Blick selten löst. Der Mann ist Gasspürer und im Auftrag der Energienetz Mitte unterwegs, einem Tochterunternehmen der EAM. Alle vier Jahre lässt sie ihre Erdgasleitungen kontrollieren.

Gasspürer Klaus war am Dienstag auf der Großbaustelle der Bundesstraße 241 vom Kreisel bis zum Ortstausgang Richtung Sohlingen unterwegs und schob seine Teppich-Sonde, wie das Gerät offiziell heißt, über die Bürgersteige, unter denen die neue Erdgasleitung im Zuge der B 241-Sanierung verläuft.

Danach wird er bis in der nächsten Woche in Uslar die Leitungen unter den Straßen kontrollieren, die wie die Königsberger Straße auf dem Eichhagen vor kurzem erneuert wurden. Im Anschluss schiebt Klaus, der für eine Gütersloher Firma im Auftrag der EAM arbeitet, die Sonde durch Bodenfelde, das Reha-Zentrum und Lippoldsberg.

Auch Anschlüsse sind dran

Bernd Franke, Leiter des Regio-Teams Northeim der Energienetz Mitte, weist darauf hin, dass der Gasspürer die Leitung bis in die Vorgärten der Häuser überprüft, also auch die Anschlussleitungen. Er dürfe das, und das sollte auch niemanden wundern.

Mit der Teppich-Sonde, die aussieht wie ein Staubsauger, wird die Bodenluft über den unter der Straße verlegten Gasleitungen angesaugt und auf möglichen Methangehalt analysiert. Auf dem Monitor, den der Gasspürer wie einen Bauchladen vor sich trägt, kann alles abgelesen werden. Schon bei geringsten Gaskonzentrationen ertönt ein akustisches Signal. Sollte das der Fall sein, wird die Stelle sofort an die EAM gemeldet, um das Leck zu beheben.

In Uslar auf der Großbaustelle, auf der wie geplant die Asphaltierungsarbeiten begonnen haben, gab es am Dienstagvormittag keinerlei Probleme. „Die EAM will vor Abschluss der Baumaßnahme wissen, ob auch alles dicht ist“, sagt Bernd Franke. Deshalb ist Gasspürer Klaus außer der Reihe für Uslar gebucht worden.

Nur vereinzelt Lecks

Die EAM berichtet, dass aufgrund des technisch hochwertigen und modernen Erdgasnetzes nur ganz vereinzelt kleine Undichtigkeiten festgestellt werden. Sie stellten in der Regel keine Gefahr für Anwohner dar: Das Gasspürgerät messe bereits solch geringe Mengen, die der menschliche Geruchssinn noch lange nicht wahrnehmen könne.

Reinhard Klaus muss übrigens gut zu Fuß sein. 1400 Kilometer des insgesamt 5000 Kilometer langen Gasnetzes lässt EAM in diesem Jahr überprüfen. (fsd)

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