Ahlbershäuser stampfen Sauerkraut aus 100 Köpfen

So wird Sauerkraut gemacht: Vereinsmitglieder verarbeiteten mit Kindern und Jugendlichen den Weißkohl. Hier sind Vorsitzender Fritz Warnecke (vorne von links) mit Tobias Heine, Mick Gobrecht, Aiden Gobrecht und Theodor Krüger sowie (hinten von links) Violette Krüger, Farzad Formoule und Gerrit Gobrechtr beim Sauerkrauthobeln zu sehen. Foto: Schrader

Ahlbershausen. Hausmannskost aus gegorenem Kraut kommt an. Mehr als 200 Besucher aus dem Uslarer Land lockte am Wochenende das Sauerkrautfest des Museums- und Kulturvereins Ahlbershausen.

Die Gäste konnten die Hauptspeise nicht nur genießen, sondern auch sehen, wie Sauerkraut hergestellt wird.

„Früher gab es in jedem Haushalt einen Sauerkrauthobel und jeder hat Sauerkraut selbst hergestellt. Heute ist es eine Seltenheit“, sagte Vereinschef Fritz Warnecke, der wie alle Helfer eine weiße Schürze trug und die Arbeiten koordinierte.

Vor rund 15 Jahren hat sein Verein erstmals ein Sauerkrautfest veranstaltet. Die Idee hatte Ruth Borchert, die damalige Eigentümerin des Hofes, auf dem das Dorfmuseum untergebracht ist. Sie lieferte auch das Rezept für das Sauerkraut: Auf fünf Kilogramm Kohl kommen 50 Gramm Salz, acht bis zehn Wacholderbeeren und drei Priesen Kümmel.

Ein Dutzend Kinder und Jugendliche war am Sonntag zum Museum gekommen, um zu helfen. Darunter auch Theodor Krüger, der mit Elan den Kohl über den Sauerkrauthobel gleiten ließ und einen dicken Kohlkopf in dünne, weiße Streifen verwandelte.

Das Kraut wurde anschließend in einen der Tontöpfe gedrückt, bis das Gefäß voll war. „Das machen sie gut“, meinte Elisabeth Warnecke, die sich an ihre Kindheit erinnerte. „In den 1940er-Jahren habe ich selbst Sauerkraut hergestellt, das letzte Mal aber 1950“, sagte die Schoningerin.

„Wir haben 100 Kohlköpfe von einem Biobauern auf dem Uslarer Wochenmarkt erworben“, informiere Vorsitzender Fritz Warnecke. Das Sauerkraut daraus werde aber nicht für das Fest genommen, denn es muss erstmal gären und kommt deshalb in den Museumskeller. Verspeist werde das Sauerkraut, das beim Fest vor einem Jahr hergestellt wurde.

„Das ist eine tolle Aktion“, sagte der gebürtige Holländer Hermann Menke, der vor acht Jahren den Hof samt Dorfmuseum übernommen hat. Nicht nur, dass der Verein das Museum weiterhin unentgeltlich nutzen kann. Menke kümmert sich auch das ganze Jahr um das Sauerkraut. Wöchentlich schaut er im Keller nach, ob noch genügend Wasser im Topfdeckel steht, damit keine Luft eindringt.

Lob für das Engagement des Vereins kam von Pastorin Rita Sennert, die mit der Kirchengemeinde zum sechsten Mal zum Fest im Dorfmuseum einen Erntedankgottesdienst gefeiert hat. Viele der 50 Gottesdienstbesucher speisten im Anschluss Sauerkraut mit Bregenwurst. Am Nachmittag wurden Kaffee und Kuchen gereicht.

Nicht nur für den Verein, auch für das Dorf ist das Sauerkrautfest einer der Höhepunkte im Jahr. In 2017 will der Heimat- und Museumsverein nach mehrjähriger Pause wieder ein Sommerfest am Dorfmuseum veranstalten. (zsv)

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