Neujahrsrasieren in Bollensen

Auch zwei Popos wurden "rasiert"

Die neue Truppe: Am Freitag agierten Gabi Borchert (von links), Karsten Bönig, Cathrin Justinsky, Thomas Lins, Tobias Herwig, Jan-Niklas Müller und Martina Kirchhoff unter den Masken beim traditionellen Neujahrsrasieren in Bollensen. Foto: Dumnitz

Bollensen. In drei Durchgängen trieben am Freitag die Akteure beim Neujahrsrasieren im Bollenser Dorfgemeinschaftshaus wieder ihr Unwesen.

Diesmal waren alle Darsteller unter den Masken Frischlinge, die den jahrzehntelangen Brauch, bei dem Männer symbolisch rasiert werden und damit an die Aufnahme Jugendlicher in den Kreis der Erwachsenen erinnert wird, teilweise bisher nur als Zuschauer kannten. „Das hat sich so ergeben“, sagte Daniel Voges, der Organisator der Gaudi war und von Julia Schietzoldt und Janina Borchert unterstützt wurde.

Das war ein Spaß, als sich die Männer aus dem Dorf vor etwa 110 Gästen auf den Stuhl in der Mitte setzten und sich von den beiden Rasieren mit grobem Werkzeug bearbeiten ließen. Das läuft fast immer nach dem gleichen Ritual ab. Die Rasierer (Karsten Bönig und Tobias Herwig) wetzen an einem Gürten das Holzmesser, dann wird das Gesicht oder auch die Glatze mit einer rohen Kartoffel eingerieben. Anschließend wird rasiert – immer angefeuert von den Gästen, von denen es nur wenige auf ihren Plätzen hielt. Wie wild wirbelten das Fegemädchen (Martina Kirchhoff), die Fegefrau (Cathrin Justinsky) und der Fegemann (Jan-Niklas Müller) sowie der stets zu Späßen aufgelegte Clown (Thomas Lins) durch den Saal, bis der Polizist (Gabi Borchert) die Truppe wieder aus dem Raum führt.

Für Musik sorgte einmal mehr der Alleinunterhalter Manni Schmelz aus Lohfelden, der bereits seit 16 Jahren mit dabei ist. Die Grußworte sprach wie üblich der Präsident des Junggesellenclubs, Lukas Bauer. Ihm galt später zum Ende des offiziellen Teils erneut die Aufmerksamkeit.

Der Junggesellen-Präsident wurde als Vorletzter rasiert. Dan gab es eine Überraschung: Es tauchte ein zweiter Clown (Kevin Götemann) auf. Zur Freude des Publikums wurden beide Clowns auf Stühle gelegt, damit die Rasierer die blankgezogenen Allerwertesten der Spaßbringer „rasieren“ konnten.

„Wir wollen die Tradition auch immer mal wieder mit Neuerungen anreichern“, sagte Daniel Voges. Es soll doch jedes Jahr Überraschungen geben, damit es den Besuchern nicht langweilig wird.

Davon war nichts zu spüren, denn die Bollenser feierten ziemlich lange zusammen mit zahlreichen Gästen.

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