Jugendliche in Uslar kämpfen um ihr Haus: "Es ist unsere Basis"

Haben das Jugendcafé für den Tag der offenen Tür vorbereitet: Jugendliche aus dem Uslarer Land werben damit für den den Erhalt ihrer Räumlichkeiten. Fotos: Niesen

Uslar. Mit einem Tag der offenen Tür haben Jugendliche für den Erhalt des Hauses der Jugend an der Bahnhofstraße 10 in Uslar geworben. „Wir möchten, dass das Haus für uns erhalten oder dass uns eine Alternative angeboten wird“, sagte die Initiatorin der Veranstaltung, Jennifer Höhne (18).

Die Jugendlichen werden bei ihrer Aktion von der Angst getrieben, dass sie in ein Loch fallen und auf einmal ohne Räumlichkeiten da stehen, wenn die Stadt Uslar wie angekündigt das Haus verkauft, das schon lange von den Jugendlichen genutzt wird. „Hier ist unsere Basis, in der wir uns wohl fühlen. Wir möchten nicht, dass alles den Bach runter geht. Wir haben hier viele Liebe und Zeit reingesteckt“, sagt Jennifer Höhne.

Der Jugendbereich des Hauses aus dem Jahr 1910 wird zurzeit von rund 50 Jugendlichen im Monat genutzt, erläuterte Jennifer Höhne. Zentrale Anlaufstelle ist das selbst ausgebaute Jugendcafé, das dienstags und freitags zwischen 16 Uhr und 19 Uhr geöffnet und Anlaufstelle für durchschnittlich 20 Kinder und Jugendliche ist.

Mittwochs Mädchengruppe

Mittwochs zwischen 17 Uhr und 19 Uhr trifft sich die Mädchengruppe unter der Leitung von Jenny Thiele (18) und Alicia Altstadt (17). „In der Regel kommen zu uns zehn Mädchen zwischen zwölf und 15 Jahren. Wir basteln zusammen, spielen und reden miteinander“, sagt das Duo. Beide haben sich für die Arbeit mit den Mädchen über die Juleica-Ausbildung qualifiziert.

Dafür haben sie sich unter anderem mit rechtlichen Aspekten auseinander gesetzt, sie haben gelernt, wie eine Gruppe funktioniert und sie wissen, wie man Veranstaltungen organisiert.

Ein Höhepunkt der Jugendarbeit wird demnächst erwartet: Die Kinogruppe Cinematics steckt derzeit in den letzten Vorbereitungen zu einem Film-Festival. Es findet vom 1. bis 3. Dezember im Haus der Jugend statt (Bericht folgt).

Es gibt sogar eine Küche

Darüber hinaus gibt es Möglichkeiten zum Tanz in einem extra gestalteten Raum, die Band Rescuer studiert Songs im eigenen Übungsraum ein, und es gibt eine Küche, in der gemeinsam gekocht wird. So entstand mit Unterstützung des Hotels Menzhausen auch schon eine kleine Broschüre mit schnellen Rezepten wie Burger for Kids oder Spaghetti Bolognese.

Im vergangenen Jahr hat dort beispielsweise auch eine Internationale Begegnung mit Jugendlichen aus Uslars polnischer Partnerstadt Schlochau (Czluchów) und aus Schlochaus französischer Partnerstadt Conches-en-Ouche stattgefunden. Dabei haben die Jugendlichen Antworten auf die Frage gesucht: „Was macht glücklich?“

Weitere Nutzer des Hauses sind Vereine, die sich mit Themen wie Amateurfunk, Karate und Modellbau beschäftigen. Zudem ist eine Wohnung vermietet. (zhp)

Schlagworte zu diesem Artikel

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.