Kein Lärmschutz fürs Freibad Volpriehausen an der Bundesstraße

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Freibad Volpriehausen: Da, wo noch die Bäume auf dem Bahndamm stehen, wird die neue Bundesstraße gebaut. Hier ein Bild aus dem Jahr 2009 vom Hubsteiger der Stadtwerke aus aufgenommen.

Volpriehausen. Der Neubau der Bundesstraße 241 von Volpriehausen bis Bollensen ist ein gewaltiges Projekt. Er dauert mindestens fünf Jahre und kostet für die 4,7 Kilometer lange Strecke 33 Millionen Euro. Im Herbst sollen die ersten Arbeiten beginnen.

Das Projekt bewegt die Menschen am Bollert schon lange, vor allem auch die Betreiber des Freibades in Volpriehausen, das von der Bürgerinitiative Bollert-Dörfer geführt wird. Denn die neue Straße wird nur wenige Meter vom Bad entfernt parallel zum Bahndamm entlang Richtung Bollensen führen.

Auf Initiative des CDU-Bundestagsabgeordneten Michael Vietz (Hameln) kam es am Donnerstagnachmittag zu einem Gespräch mit Vertretern des zuständigen Straßenbauamts, offiziell Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr, Geschäftsbereich Gandersheim, und seinem Leiter Udo Othmer an der Spitze.

Was war das wichtigste Ergebnis des Gesprächs?

Zum einen haben die Freibad-Betreiber keinen Betriebskostenzuschuss zu erwarten. Darauf hatten die Bad-Betreiber spekuliert, falls es durch die Baustelle zu Einschränkungen im Badbetrieb kommen sollte. Zum anderen erklärten die Planer von der Straßenbaubehörde, dass aus ihrer Sicht alles getan werde, damit das Freibad im Sommer weiter geöffnet werden kann. So werden Sicht- und Staubfangschutz zur Baustelle errichtet. Insgesamt vereinbarten beide Seiten, in der Angelegenheit eng zu kooperieren, weil das allen Beteiligten helfe. Konfrontation sei nicht zielführend.

Wie muss man sich die Baustelle am Freibad vorstellen?

Sie gilt für den Abschnitt am Freibad als aufwändigstes Bauwerk Niedersachsens, wenn nicht bundesweit, sagten die Planer. Grund: Die Bundesstraße wird parallel zur Bahntrasse durch Volpriehausen geführt, in der Ortslage aber 2,50 Meter tiefer als die Bahngleise gelegt – so ähnlich wie der Trog in Northeim.

Was bedeutet das für den Abschnitt in der Folge?

Es gibt einen Bauzeitplan für den Bereich. Als erstes werde 2017 die Rothenbergstraße in Richtung Schlarpe verlegt. Danach muss die Schlarper Straße abgesenkt werden. Als nächstes soll am Fuße des Bahndamms auf der Freibadseite eine Stützwand errichtet und dort ein unterirdisches Regenrückhaltebecken angelegt werden. Danach ist das Bauwerk Unterführung an der Reihe: Es muss mindestens drei Meter tiefergelegt werden. Baubeginn dafür ist im Jahr 2018 vorgesehen. Die Unterführung werde für zwei Jahre gesperrt. Die Planer suchen derzeit nach einem Standort für eine Fußgängerbrücke während der Bauzeit. Der Autoverkehr wird über Schlarpe geführt.

Was ist mit dem Lärmschutz im Freibad-Bereich?

Laut Bundesimmissionsschutzgesetz sind für Freibäder keine Lärmschutzwände erforderlich, auch nicht in Volpriehausen, sagte Udo Othmer vom Straßenbauamt. Das sei nicht zu ändern. Möglich sei, dass mit Anpflanzungen etwas erreicht werde.

Wie muss man sich den Aufbau der Baustelle am Freibad vorstellen?

Die Straße, die zum Freibad führt ist derzeit abschüssig, Sie wird soweit tiefergelegt, dass sie waagerecht verläuft. Am Fuß des Bahndamms entsteht eine Stützmauer, danach kommt Böschung, dann die neue Straße. Auf die andere Seite kommt eine Stützwand, darauf dann Lärmschutz, wenn sich Wohnbebauung dahinter befindet.

Worum ging es noch bei dem Treffen?

Die Badbetreiber forderten für die neue B 241 eine Tempobeschränkung im Freibad-Bereich. Darüber könne man aber erst nach Fertigstellung reden. Ausgelegt ist die neue Straße für Tempo 100, sagten die Planer. Sonst mache das für eine Ortsumgehung keinen Sinn. Tempo 50 sei illusorisch. Über Tempo 70 für Lkw könne nach Fertigstellung geredet werden. Dafür sei aber die Straßenbaubehörde nicht allein zuständig.

Uslars Bürgermeister Bauer fragte nach dem berühmten Plan B, falls das Freibad wegen der Baustelle doch geschlossen werden müsste, und bekam als Antwort, dass es den nicht gibt. Betreiber und die Stadt als Eigentümer müssten dann nachweisen, dass die Baustelle Schuld an der Freibad-Schließung ist.

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