Nutzer sauer auf Stadt Uslar, weil das Haus der Jugend zum Verkauf steht

Da war die Welt noch in Ordnung: Kurz vor der Einweihung des Jugend-Cafés im Haus der Jugend vor zwei Jahren hielt Kira Pfeiffer einen Vortrag über ihre Zeit in Island. Jetzt sorgt sich die Jugend, weil das Haus zum Verkauf steht. Archivfoto: Dumnitz

Uslar. „Wir fühlen uns von der Stadt übergangen.“ Das sagen Nicole Breuker, Gina Brekerbohm und Jennifer Höhne zum geplanten Verkauf des Hauses der Jugend, Bahnhofstraße 10. Das Stadtbild prägende Gebäude am so genanten Postberg wird schon länger zum Kauf angeboten, weil die Stadt Uslar es wegen Sanierungsstau nicht länger be- und unterhalten will.

Doch die Sache hat auch einen Haken: Es gibt noch jede Menge Nutzer des Hauses, darunter die Jugend. Und die meldete sich nach der Verkündung in der HNA, dass die Stadt das Haus der Jugend verkaufen will, zu Wort und protestiert. Es habe sich inzwischen ein so großes Angebot etabliert in dem Haus, dass die Jugend befürchtet, keinen Ersatz bekommen zu können. „Es ist so viel ins Rollen gekommen“, sagt Jennifer Höhne und führt das vor allem auf die erfolgreiche Jugendleiter-Ausbildung der Stadtjugendpflege zurück. Viele Jugendleiter sind im Ferienspaß aktiv, für den viele Kurse im Haus der Jugend stattfinden. Zudem wurde dort das Jugend-Café von der Jugend maßgeblich selbst aufgebaut und wird dort geführt: ein anerkannter Treffpunkt für Uslars Jugend zweimal in der Woche.

Viel erreicht in zwei Jahren

Die jungen Leute aus dem Haus der Jugend zählen noch mehr auf: Bastelräume, Kochräume, Mädchenraum und Tanzraum, Vereine wie Amateurfunker und Karate-Dojo, die bekannte Band Rescuer aus dem Proberaum im Keller – alle diese Nutzer des Hauses sind gegen den Verkauf. „Uns wird die Basis genommen, die mit viel Schweiß und Arbeit aufgebaut wurde“, erinnert Jennifer Höhne an das große Engagement in den vergangenen zwei Jahren.

Klar, man habe Verändnis für die Unterhaltungskosten. Doch nach einem Vekauf sei es schwer, in Uslar alternative Räumlichkeiten zu finden, zumal sie erst hergerichtet werden müssten.

Die Jugendlichen befürchten bei einem Verkauf, dass die Jugendarbeit im Allgemeinen leiden werde und auch der Ferienspaß in Mitleidenschaft gezogen werde. Alle Beteiligten – es sind über 50 Personen insgesamt – haben sich inzwischen zusammengetan, eine Informationsgruppe gegründet, wollen sich nicht geschlagen geben und als Gemeinschaft agieren. Unter anderem bereiten sie einen Aktionstag im November vor, um der Öffentlichkeit zu zeigen, was im Haus der Jugend alles angeboten wird und passiert.

Nicht gut für Uslars Ruf

Die größte Sorge aber ist, dass es für die Jugend im Falle eines Verkaufs keine Alternative geben werde. Insgesamt werten die Sprecherinnen aus dem Haus der Jugend, dass ein Verkauf auch kein positives Signal für die Stadt nach außern sei: Der Wegfall der Angebote aus der Bahnhofstraße 10 würde sich negativ für Uslar auswirken, für zuzugswillige Familien fehle dann ein wichtiger Anreiz. (fsd)

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