Stadt Uslar ist startklar für ein Klimaschutzkonzept

Auftaktveranstaltung im alten Rathaus: Uslars Bürgermeister Torsten Bauer (von rechts) begrüßte neben 25 Zuhörern auch die Referenten Michael Fuder und Sabine Neef. Fotos: Dumnitz & Archiv (nh)
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Auftaktveranstaltung im alten Rathaus: Uslars Bürgermeister Torsten Bauer (von rechts) begrüßte neben 25 Zuhörern auch die Referenten Michael Fuder und Sabine Neef.

Uslar. Es gibt genügend Potenzial für lokale Beiträge im Uslarer Land zum Klimaschutz, aber gleichzeitig eine noch zu hohe Zurückhaltung. So lässt sich das Ergebnis der dreistündigen Auftaktveranstaltung zur Erstellung eines Klimaschutzkonzeptes für die Stadt Uslar zusammenfassen.

25 Einwohner hörten den Vortrag im alten Rathaus von Michael Fuder und Sabine Neef vom Braunschweiger Energiemanagement-Büro merkWATT und steuerten eigene Ideen und Einschätzungen bei. Im Mittelpunkt stand die Erzeugung von regenerativen Energien, die laut Bürgermeister Torsten Bauer auf alle Fälle von der breiten Öffentlichkeit akzeptiert und mit getragen werden muss.

Laut Fuder gibt es nach ersten Einschätzungen in Uslar schon ein standfestes Fundament, auf das sich aufbauen lasse. Das sei mit ein Verdienst der lokalen Agenda 21-Akteure und vieler Einzelinitiativen. Biogasanlagen zur Stromerzeugung und gleichzeitigen Abgabe von Nahwärme nannte er als gute Beispiele, ebenso die Windkraft an geeigneten Standorten, Wasserräder zur Stromgewinnung und Blockheizkraftwerke wie etwa im Uslarer Badeland zur kombinierten Strom- und Wärmeerzeugung.

Unermüdlich: Wasserrad am Mühlgraben für Öko-Strom.

Fuder wies darauf hin, dass die Energiewende derzeit etwas ins Stocken geraten sei, weil beispielsweise als Anschub gedachte Einspeisevergütungen deutlich reduziert worden sind und die Preise für Erdöl und -gas vergleichsweise günstig seien.

Workshop und Konzept

Weil das aber gewiss nicht so bleibe, seien weitere Überlegungen und Ideen nötig. In Uslar soll mit Unterstützung des Büros merkWATT im September ein Workshop stattfinden und bis Januar 2016 ein Konzept erarbeitet werden, was realistisch sei. Dann müsse die Umsetzung beginnen.

Effektiv: Ein Blockheizkraftwerk liefert Wärme und Strom.

Dazu gehört neben dem Engagement etwa der Lokalpolitik und des örtlichen Energieversorgers Stadtwerke auch privater Einsatz. Dafür gibt es verschiedene Fördertöpfe. Das zu erarbeitende lokale Klimaschutzkonzept diene als Planungs- und Entscheidungshilfe.

Im Uslarer Stadtgebiet würden nach Durchschnittsberechnungen von Sabine Neef pro Jahr rund 44,4 Millionen Euro für Energie (Strom, ÖL, Gas, Holz) und damit pro Kopf etwa 3100 Euro ausgegeben. Wenn ein derzeit noch brachliegendes Potenzial ausgeschöpft würde, könnten diese Ausgaben deutlich reduziert werden. Hermann Wegener, der seit 21 Jahren in der lokalen Agenda-Gruppe Intelligente Energienutzung aktiv ist und rund 500 Photovoltaikanlagen in Uslar und den Dörfern als Erfolg wertet, forderte alle Verantwortlichen auf, weitere Projekte auch umzusetzen, bevor die Luft wegen schwieriger Genehmigungsverfahren und bürokratischer Hürden draußen sei. „Wenn die Einsicht da ist, habe ich keine Angst, dass wir weitere lokale Beiträge zum Klimaschutz realisieren können“, zeiget er sich wie auch Fuder optimistisch.  

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