Studie für mehr Mobilität zwischen Uslar, Hardegsen und Oberweser

Wirbt für Mobilitäts-Mitgestaltung: Henning Stahlmann (von links) bei der Auftaktveranstaltung im Uslarer Rathaus mit den Verwaltungs-Chefs Torsten Bauer, Holger Frase, Cornelius Turrey, Mirko von Pietrowski, Jörg-Otto Quentin und Michael Kaiser. Fotos: Dumnitz

Uslar. Ohne Auto sind die meisten Menschen, die in Hardegsen, Adelebsen, Oberweser, Wahlsburg, Bodenfelde und im Uslarer Land leben, aufgeschmissen.

Der eigene fahrbare Untersatz ist nötig für die Versorgung, für Arztbesuche, Teilnahme am kulturellen Leben – die eigene Mobilität. Jetzt soll über eine Projektarbeit mit wissenschaftlicher Begleitung festgestellt werden, ob durch den öffentlichen Nahverkehr eine Verbesserung der Situation möglich ist. 60 Zuhörer verfolgten die Projektvorstellung im Uslarer Rathaus.

Was ist das Ziel des Mobilitätsprojektes?

Das Gebiet soll Modellregion sein. Projektträger sind die „Sustainable Mobility Research-Group“ (Gruppe Nachhaltige Mobilitätsforschung) der Universität Göttingen und der Zweckverband Verkehrsverbund Süd-Niedersachsen (ZVSN). Ziel ist es, den tatsächlichen Bedarf der Mobilität innerhalb der Kommunen und zwischen den einzelnen Dörfern zu ermitteln und konstruktive Umsetzungsmöglichkeiten aufzuzeigen. Es geht um Busse und Bahnen, Taxis, Bürgerbusse, Stadtteil-Autos und andere Ideen.

Wer ist an dem wissenschaftlich begleiteten      Projekt beteiligt?

Zusammen mit den Einwohnern, der Politik und den örtlichen Verwaltungen soll der tatsächliche Bedarf festgestellt werden. Daraus sollen dann geeignete und vor allem auch (finanziell) machbare Lösungen entwickelt und nach Möglichkeit umgesetzt werden, sagte Projektleiter Ilja Nastjuk von der Uni Göttingen.

Können sich interessierte Bürger mit einbringen?

Ideen und Vorschläge von Einwohnern der genannten Region sind erwünscht. Ab April soll es Arbeitsgruppen und Workshops geben. Im Rathaus wurde bemängelt, dass die Initiative 20 Jahre zu spät komme. Durch eine schlechte Versorgung mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu nicht attraktiven Zeiten und zu hohen Preisen sei man abgehängt, hieß es. Positiv wurden die Bürgerbusse etwa in Bodenfelde und Wahlsburg genannt. Der Einsatz ermögliche älteren und gehandicapten Einwohnern zumindest eine gewissen Mobilität.

Soll durch das Projekt das Rad neu erfunden werden?

Laut Henning Stahlmann, Geschäftsführer des ZVSN, werde man in den drei Modellräumen mit den zwölf Gemeinden auf bereits bestehende Angebote im Bundesgebiet blicken. Was nach der auf zwei Jahre angelegten Projektphase umgesetzt werde, ist seiner Ansicht nach in erster Linie eine politische Entscheidung. Derzeit kenne man den tatsächlichen Bedarf nicht, sagte Stahlmann.

Ist die Mobilität ein Schlüsselfaktor für das Leben im ländlichen Raum?

Ilja Nastjuk ist davon überzeugt, dass die Mobilität ein Faktor ist, warum sich Menschen in einer bestimmten Gemeinde ansiedeln. Nachhaltige Mobilität führe nicht nur zu geringeren Umweltbelastungen, sondern auch zu einer höheren Lebensqualität. Dörfer könnten so auch attraktiver etwa für junge Familien werden. Die Wissenschaft suche praktische Lösungen, gab Nastjuk vor.

An wen wende ich mich, wenn ich mitgestalten will?

Ansprechpartner sind Ilja Nastjuk, Telefon 0551-3921178, und Henning Stahlmann, Telefon 0551-3894814.

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