Suchtprävention: Schüler aus Uslar und Bodenfelde lernen das Nein-Sagen

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Süchte auflisten: Das gehörte am Anfang zum Programm beim Suchtpräventionsseminar der Schulen, hier eine Arbeitsgruppe mit (von links) Lehrer Dimitri Jaramanas, (vorn) Raphael Wienecke, Anna-Lena Kubarko, Lisa Berndt, Leon Höhne, Hanna Wend, Miriam Stelter und Domenik Rabe.

Uslar. Die Schulen in Uslar und Bodenfelde setzen die Suchtprävention fort und haben in dieser Woche wieder 25 Schüler bei einem Seminar im Gemeindehaus in Uslar ausgebildet, die ihre Mitschülern vor Süchten warnen sollen.

Konkret: Sie sind ab sofort als so genannte Multiplikatoren an ihren Schulen im Einsatz und werden ihr Wissen unter anderem in drei Doppelstunden an ihre Mitschüler weitergeben.

Was passiert bei dem Suchtpräventionsseminar?

Es steht unter dem Titel „Lieber frei als high“ und fand an vier Tagen im evangelischen Gemeindehaus in Uslar statt. Auf dem Programm standen Lebensgeschichten von ehemals suchtkranken Menschen aus der Drogentherapieeinrichtung Neues Land Amelith, die Vorstellung von Süchten, Wege in die Sucht, Gruppenzwang mit Rollenspiel, Süchte und ihre Gefahren und Wohlfühlen ohne Suchtmittel, Vortrag der Polizei über illegale und legale Suchtmittel, neue Medien und deren Suchtpotenzial wie Handy, soziale Netzwerke, Computerspiele, Internet.

Warum werden Schüler als Multiplikatoren ausgebildet?

Angesprochen werden von dem Seminar, das erneut von der Gymnasium-Lehrerin Ulrike Fiedler geleitet wurde, wieder Siebtklässler im Alter von zwölf bis 14 Jahren. Erfahrungsgemäß ist das das Alter, ab dem erstmals Suchtgefahr besteht, berichtet Seminarleiterin Ulrike Fiedler. Man verspricht sich von den Schülern, dass sie unter ihren Mitschülern vom Seminar erzählen und damit wertvolle Informationen freiwillig weitergeben.

Hinzu kommen dann noch die drei Doppelstunden, die die Schüler für ihre Mitschüler geben. Dabei geht es ums Thema „Wege in die Sucht“. Vor allem aber zeigen sie auf, wie man Nein sagen lernt, sich dem Gruppenzwang gegenüber geschickt aus der Affäre zieht und wie man sich auch ohne Suchtmittel wohlfühlen kann.

Wie muss man sich eine Suchtkarriere vorstellen?

Ein Beispiel für einen eher klassischen Verlauf lieferte ein Mann aus der Drogentherapieeinrichtung Neues Land in Amelith. Er schilderte wie es bei ihm mit Alkohol anfing, weiter ging über Haschisch und Koks bis zum Heroin. Über 20 Jahre lange war er süchtig. Neues-Land-Leiter Eberhard Ruß hatte dazu ein gutes Beispiel parat: Mit der Sucht ist das so, als ob man seine Hände mit einer Rolle Klopapier umwickle: Am Anfang könne man sich noch leicht befreien, später dann so gut wie nicht mehr.

Was muss man noch über das Suchtpräventionsseminar wissen?

Angeboten wird es bestimmt schon seit 25 Jahren, berichtet die heutige Leiterin Ulrike Fiedler. Teilnehmende Schulen sind zuletzt immer die Gesamtschule Bodenfelde, die Albert-Schweitzer-Schule, die Sollingschule (Oberschule) und das Gymnasium aus Uslar. Sponsoren sind die Kreis-Sparkasse Northeim, der Landkreis Northeim und die Förderkreise und Fördervereine der beteiligten Schulen.

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