Uslarer und Bodenfelder sollen Süchte und ihre Gefahren besser erkennen

Gestelltes Bild für eine realistische Situation: Diese 13 Schüler tippen konzentriert auf ihren Handys herum und scheinen ihre Umgebung dabei nicht mehr richtig wahrzunehmen. Mitarbeiter des Lukaswerkes sprachen mit den Schülern über das Thema Mediensüchte und zeigten Möglichkeiten für einen sinnvollen Umgang auf. Foto: Dumnitz

Uslar. 20 Jungen und Mädchen aus den siebten Klassen des Uslarer Gymnasiums, der Sollingschule und der Albert-Schweitzer-Förderschule sowie der Bodenfelder Gesamtschule haben sich fast eine Woche lang mit dem Thema Sucht und Drogen beschäftigt.

Sie sind Multiplikatoren und sollen bis zu den Osterferien das Gelernte an ihre Mitschüler weitergeben.

Dass Drogen nicht nur mit Heroin und Kokain zu tun haben, ist eine wichtige Erkenntnis der Schüler, sagte Ulrike Fiedler vom Uslarer Gymnasium, die das Projekt seit fünf Jahren koordiniert. So kamen bei den Gruppenarbeiten im Gemeindehaus an der Kreuzstraße denn auch Themen wie Mediensüchte durch Handy, soziale Netzwerke, Computerspiele und Internet zur Sprache.

Gespräch mit Ex-Junkies

Und es ging um Wege in die Sucht wie Gruppenzwang, Isolation und alternativen unter dem Motto „Lieber frei als high“.

Und wie sich Drogenabhängige nach einem Schuss Heroin gefühlt haben, erfuhren die Teilnehmer des Suchtpräventions-Seminars von Gästen der christlichen Drogen-Therapieeinrichtung Neues Land in Amelith. Einrichtungsleiter Eberhard Ruß stand den Schülern nach der Schilderung ihrer Lebensgeschichten mit drei Ex-Junkies Rede und Antwort.

Bei den Nachfragen sei es unter anderem darum gegangen, warum die Therapieteilnehmer aus Amelith denn schon als Teenager Drogenkonsumenten geworden seien. Oft sei die familiäre Situation mit ein Grund dafür gewesen, sagte Ulrike Fiedler gegenüber der HNA als Erkenntnis der Gespräche.

In gruppendynamischen Spielen ging es um Ausgrenzungen, Gruppenzwang, Vertrauensübungen und Wohlfühlbilder. Dass es cooler ist, ohne Alkohol, Zigaretten und Drogen klarzukommen, machte Hauptkommissar Thomas Sindram von der Northeimer Kriminalpolizei deutlich. Er benannte illegale und legale Suchtmittel und sagte, welche Strafen bei bestimmten Drogenvergehen drohen.

Hilfestellung für Schüler

Svenja Liebau und Stefan Jagonak vom Lukaswerk (Northeim) verdeutlichten, dass die neuen Medien in vielen Bereichen hilfreich sind, aber der Umgang damit wohlbedacht sein sollte. Außerdem zeigten sie Hilfestellungen auf. Begleitet wurde das Projekt von den Lehrern und pädagogischen Mitarbeitern Ulrike Fiedler, Heike Rozek, Ansgar Weingarten, Roswitha Gnadt (Gymnasium), Katharina Lenck, Vanessa Feilke (Gesamtschule), Sonja Gierke, Birgit Piepenbrink, Franziska Riedel (Sollingschule) sowie Sylke Päs (Förderschule) und Anke Braun-Müller in der Küche.

Laut Lehrerin Ulrike Fiedler gibt es in den siebten Klassen ein großes Interesse an dem Präventionsprojekt. Das Gelernte stellen die Jungen und Mädchen bis Ostern in drei Doppelstunden ihren Mitschülern mit entsprechendem Material und unter Mithilfe der Lehrer vor. (jde)

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