Eröffnung der Schlemmerwochen im Uslarer Land

Wirte im Solling servieren Spezialitäten aus dem Hutewald

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Leckeres vom Auerochsen: Wirt Friedhelm Hellwig (von links) und Sohn Martin Hellwig eröffneten am Sonntag das Schlemmerbüfett im Heisebecker Gasthaus Zur Linde.

Heisebeck. Ochsentatar auf Pumpernickel, Ochsenkeule mit Hagebuttensauce oder Ossobuco vom Auerochsen - die Gäste des Heisebecker Gasthauses Zur Linde erwartete am Sonntag eine große Auswahl.

Denn am Büfett waren am Tag des Auerochsen, mit dem sechs Betriebe des Wirteworkshops die Schlemmerwochen im Uslarer Land eröffneten, neben allerlei Beilagen noch weitere Ochsengerichte zu finden. Die Veranstaltung ist mittlerweile so beliebt, dass es diesmal wegen großen Andrangs einen zweiten Termin am 9. Oktober gibt.

Alle wurden aus dem Fleisch der Heckrinder, die seit 16 Jahren in Sachen Naturschutz im Solling grasen, zubereitet. Die Heckrinder sind eine Nachzüchtung des 1627 ausgestorbenen Auerochsen. Obwohl kleiner, ähneln sie den historischen Verwandten mit ihrem kräftigen Körperbau und den großen Hörnern sehr.

Heckrinder vermehren sich

Leben fast wild: Seit 16 Jahren grasen Heckrinder im Solling und tragen so zur Landschaftspflege im Hutewald mit lichten Eichenbeständen bei.

Sieben Tiere wurden im Jahr 2000 im Hutewald angesiedelt, um die vorherrschenden Eichenbestände offen zu halten. Inzwischen haben sich die tierischen Landschaftspfleger auf mehr als 90 Exemplare vermehrt. Sie grasen nicht mehr nur im Reiherbachtal, sondern auf verschiedenen Flächen der Niedersächsischen Landesforsten. Zuletzt wurde das Projektgelände des Hutewaldes um 43 Hektar erweitert. Weil sich die Heckrinder so gut vermehren, werden jedes Jahr Tiere geschlachtet. Für die Auerochsenwochen haben die Köche des Wirteworkshops diesmal zehn Rinder bekommen. In der nächsten Zeit kommen Gerichte aus dem als besonders schmackhaft und cholesterinarm geltenden Fleisch in sechs Restaurants auf die Speisekarten.

Das freut neben Feinschmeckern auch Beweidungsmanager Frank Grajewski und Kurt Hapke vom Naturpark Solling-Vogler. Beide waren beim Tag des Auerochsen in Heisebeck dabei.

Wirte als Botschafter

Die Koorperation mit dem Wirteworkshop sei „ein Glücksfall“, sagte Naturpark-Geschäftsführer Hapke. Über den Genuss des Fleisches hinaus machten die Schlemmerwochen das Hutewaldprojekt bekannt. „Die Wirte sind tolle Botschafter.“ Theo Wegener, Geschäftsführer des Tourismus-Vereins Solling-Vogler-Region im Weserbergland nutzte die Gelegenheit, Werbung für noch mehr typische Produkte zu machen, die unter der Regionalmarke „Echt!“ vertrieben werden. Als Gastgeber betonte Wirt Friedhelm Hellwig, man sei sehr stolz, das Ochsenfleisch als Produkt aus der Region anbieten zu können.

Um die vielen Gäste - am Auerochsentag wurde nicht nur im Saal, sondern überall im Gasthaus aufgetischt - bewirten zu können, helfen sich die Mitglieder des Wirteworkshops mit Personal. Wie viele Hände am Sonntag mit anpackten, wussten Friedhelm Hellwig und Junior Martin spontan nicht. „Mit Sicherheit mehr als 20“, hieß es.

Wie es in Sachen Auerochsentag weiter geht, wissen die Köche allerdings genau: Am 20. August 2017 wird das Gasthaus zur Harburg in Schönhagen Gastgeber sein.

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