Wasser- und Abwasserbetrieb Solling fit in Sachen Energiemanagement

Zukunftsfähiger mittelständiger Betrieb: WAZ-Mitarbeiterin Margrit Oehlmann (von links), Mirko von Pietrowski, Julia-Johanna Geese, Jörg-Otto Quentin, Gerhard Melching, Michael Jung, Joachim Hawranke und Günter Geese mit dem Zertifikat fürs Energiemanagement. Foto: Dumnitz

Lauenberg. Um die 320 Geräte und Anlagen des Wasser- und Abwasserzweckverbandes (WAZ) Solling an allen 45 Standorten weiterhin in Schuss zu halten, muss sich der Verband mit Hauptsitz in Lauenberg anstrengen. Das machte Geschäftsführer Jo-achim Hawranke am Donnerstag deutlich, als der WAZ ein drei Jahre gültiges Energiemanagement-Zertifikat erhielt.

Der demografische Wandel und ein spürbar verändertes Verbraucherverhalten sowie gesetzliche Vorgaben fordern den Verband, damit die Gebühren für die Versorgung mit Frischwasser und die Entsorgung von Schmutzwasser zumindest konstant bleiben können und nicht erhöht werden müssen.

Laut dem Vorsitzenden des Verbandsausschusses und der Verbandsversammlung, Gerhard Melching (Bürgermeister in Dassel) geht es darum, die Fixkosten möglichst gering zu halten, weil diese direkte Auswirkungen auf die Gebühren für die Kunden im Verbandsgebiet haben. Zum WAZ-Gebiet gehören neben der Stadt Dassel auch die Gemeinden Bodenfelde und Wahlsburg sowie teilweise Oberweser.

160 000 Euro Investition

So ist an der Kläranlage in Dassel eine Investition von 160 000 Euro vorgesehen, für die ein Zuschussantrag gestellt worden ist. Vorgesehen ist der Einbau eine neue Technik für die Anreicherung des Klärbeckens mit Sauerstoff. Möglich sei maximal eine 50-prozentige Förderung, sagte Hawranke. Durch die Optimierung der Anlage soll nicht nur der CO2-Ausstoß um über 100 Tonnen pro Jahr (gefordert seien 30 Tonnen) verringert werden, sondern gleichzeitig auch die Energiekosten deutlich verringert werden. „Bei 1,6 Millionen Kilowattstunden Stromverbrauch für alle WAZ-Anlagen pro Jahr macht sich eine Energieeinsparung von zehn Prozent schon deutlich bemerkbar“, so der Geschäftsführer.

Alleine nicht zu stemmen

Nach Berechnungen des beratenden Ingenieurbüros Geese (Hardegsen) mache sich die neue Anlage in Dassel (ohne Zuschuss) schon nach fünf bis sechs Jahren bezahlt. Unter anderem soll die entstehende Abwärme aus dem System für die Beheizung der Betriebsanlage genutzt werden. Julia-Johanna und Günter Geese haben den WAZ zusammen mit Michael Jung von der Firma ESC Cert GmbH (Kassel) für die Zertifizierung überprüft und mit den Verbands-Mitarbeitern fit gemacht.

Dabei ist laut Geschäftsführer Hawranke erneut deutlich geworden, dass einige Anlagen „in die Jahre gekommen“ und somit weitere Investitionen nötig seien.

Bodenfeldes Bürgermeister Mirko von Pietrowski und sein Amtskollege Jörg-Otto Quentin aus Wahlsburg machten deutlich, dass die Gemeinden ohne den WAZ nicht in der Lage wären, die Ver- und Entsorgung alleine zu stemmen. Man werde dranbleiben, um den Betrieb weiter zu optimieren, versprach Geschäftsführer Hawranke. (jde)

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