Karneval vom Feinsten in Hessisch Lichtenau: Action bringen ohne Ruh’

Bunt und schrill: Auch die „Reißer Weiber“ rissen die Lichtenauer Narren bei der Gala-Prunksitzung am Samstagabend mit. Fotos: zgg

Hessisch Lichtenau. Das war wieder Karneval vom Feinsten, was die Aktiven des Karnevalsvereins Hessisch Lichtenau bei der Gala-Prunksitzung am Samstagabend auf die Bühne des Bürgerhauses brachten.

Unter der routinierten Leitung von Sitzungspräsidenten Markus Klockmann schafften sie es nicht nur, schnell die Stimmung im Saal nahe dem Siedepunkt zu bringen, sie hielten diese auch immer auf hohen Gradzahlen.

Milena Klockmann etwa: Das Tanzmariechen begeisterte mit ihrem Auftritt zur Musik des „rosaroten Panther“ genauso wie die Funkengarde mit ihrem Marschtanz.

Die nahm sich dann auch der „ahle Lichtenauer“ Günter Vogt zum Vorbild. Oben herum sah das Lichtenauer Karnevals-Urgestein aus wie immer: Schirmmütze, Zopfmuster-Strickjacke. Aber die Beine wurden nur fragmentarisch von einem blau-weißen Kleidchen verhüllt. „Ich bin die neue Ein-Mann-Seniorentanzgarde“, erklärte er und bereicherte seine Büttenrede mit bemerkenswerten Seniorentanzeinlagen.

„Heimatfest ohne Festzug ist doch saudumm. Grad wien stiffer Grog, nur ohne Rum.“

Eine Rechnung aus der letzten Kampagne hatte er noch zu begleichen und reimte: „Musst Action bringen ohne Ruh’, sonst hört keine Sau dir zu.“ Die Aufmerksamkeit des Saales hatte er so diesmal ungeteilt, wenn er belehrte: „Die meisten Männer sind, mehr oder weniger, die reinsten Tanz-Legastheniker.“

Und seinem Unmut über den finanziellen Schutzschirm der Stadt und die Sparmaßnahmen ließ er freien Lauf: „Heimatfest ohne Festzug ist doch saudumm. Grad wien stiffer Grog, nur ohne Rum.“

Ahler Lichtenauer: Günter Vogt hatte die Aufmerksam aller.

Zum ersten Mal auf der Bühne des Bürgerhauses ihrer Heimatstadt stand Sängerin Tania alias Tina Heilemann. Sie riss ihr Publikum genauso mit wie die „Reißer Weiber“, die Mauerblümchen, die Magic-Kids, die „Närrische Garde“ und die Putzfrauen Erika und Marie.

Tränen gab’s nach dem überzeugenden Marschtanz der Prinzengarde. Es war nämlich Abschied angesagt. Trainerin Nina Iwanow und eine ganze Reihe anderer Tänzerinnen verabschiedeten sich wegen Beruf und Studium aus der Garde.

Überzeugend, frech und manchmal ein wenig böse gaben sich Anne Huck und Gerd Reiß als Tim und Tom mit ihrer Büttenrede: „Mein Idol ist Helmut Schmidt.“ - „Ach, das Räuchermännchen“.

Zum Schluss gab’s kein Halten mehr: Die Prinzengarde mit ihrem Showtanz „Das Leben des Wolfgang Amadeus Mozart“ verband karnevalistischen Tanz mit fast poetischer Choreographie. Zugaben, Raketen und dann die Närrische Garde mit ihrer Show „Musik ist Trumpf“, einer Persiflage - oder doch Hommage - an Dieter Thomas Kuhn, einstmals die „Singende Fönwelle“ genannt.

Wieder Zugaben, Rakete, dann endlich das nochmals viel beklatschte Finale. Da war es schon lange nach Mitternacht.

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