Erntefest in Allendorf schlägt hohe Wogen

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Freibier für Schnelle. Mit Braumeister Christian Flender nahm Bürgermeister Frank Hix (links) den Fassbieranstich vor.

Bad Sooden-Allendorf. Als wahre Feierbiester erweisen sich in diesen Tagen mal wieder die Allendorfer. Und Bürgermeister Frank Hix setzte noch einen oben drauf.

Offenbar hatte er die soeben beendeten Olympischen Spiele im Hinterkopf, als er den Erntefest-Fans zumindest verbal „eine Goldmedaille im Feiern" verlieh - eine Bemerkung, die am Samstagabend bei der offiziellen Eröffnung des 159. Erntedank und Heimatfestes die jubelnde Zustimmung des Publikums fand. 

Die Allendorfer könnten tatsächlich als Favoriten gelten, wenn Heimatfeste als Disziplin bei den olympischen Spielen zugelassen würden. Wieder einmal schlägt das Fest der Feste hohe Wogen. Man hat das Gefühl, die Stadt befinde sich im Ausnahmezustand. Oder, wie es ein staunender Gast beschrieb: „Allendorf flippt aus.“

Hunderte Besucher verfolgten auf dem reich geschmückten Martkplatz ein fast dreistündiges fokloristisches Programm, charmant und souverän moderiert von Gabi Sorbe. Beteiligt waren der Spielmannszug der Freiwilligen Feuerwehr, Männer- und Frauenchor und die Parfocehornbläser des Reit- und Fahrvereins. Viel Applaus erhielt auch eine Tanzgruppe aus der französischen Partnerstadt Landivisiau. Den Schlusspunkt setzte der Musik- und Fanfarenzug aus Frankershausen mit einem einstündigen Platzkonzert.

Mit Blick auf die in der Stadt lebenden Flüchtlinge setzte sich der Vorsitzende des Erntefestausschusses, Stefan Lauer, für ein „gelebtes Miteinander“ ein. Es gelte, „sichtbare und unsichtbare Grenzen“ zu überwinden. Viele Aktivitäten in der Stadt hätten schon Fortschritte gemacht. „Das Erntefest-Virus überwindet auch die chinesische Mauer“, sagte er scherzend zu den chinesischen Studenten von der Soodener Diploma Hochschule.

Lauer dankte in diesem Zusammenhang Annette Ruske-Wolf und deren Team im Familienzentrum für hervorragende Pionierarbeit in Sachen Integration. Dank gebühre auch Festwirt Reiner Escher, dessen Haus seit 60 Jahren für die Bewirtung der Besucher im Festzelt sorgt. Überhaupt sei allen zu danken, die sich für das Fest eingesetzt hätten und es noch tun. Das sah auch Bürgermeister Frank Hix so. Er wies in seiner Ansprache stolz darauf hin, dass nach einer Prognose Bad Sooden-Allendorf kreisweit die Stadt mit dem höchsten Einwohnerzuwachs sein werde, was nicht zuletzt an der Familienfreundlichkeit der Kommune liege.

Nach dem obligatorischen Fassbieranstich wurden die Freibierkandidaten nicht nur von innen nass. Regen setzte ein und die Temperaturen gingen spürbar zurück. Hunderte Menschen hinderte das aber nicht daran, sich an einem Fackelzug, der Illumination von Werra-Ufer und Fischerstad, an Feuerspielen im Stadtgraben und dem Großen Zapfenstreich zu erfreuen, bevor es auf den Rummelplatz oder ins Festzelt ging.

Erntefestzug durch Allendorfs Altstadt

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