Nicht nur Fichte: Beim Wiederaufbau des Gradierwerks wurden auch Eichenholz verwendet

Ex-Bürgermeister weist Baufehler bei Gradierwerk zurück

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Undicht: Aus den Auffangbehältern unter dem Gradierwerk tropft Sole. Nun wird darüber gestritten, ob 2002 falsches Holz dafür verwendet wurde. 

Bad Sooden-Allendorf. Es seien durchaus auch Eiche und Lärche beim Wiederaufbau des Gradierwerks in Sooden vor 14 Jahren verwendet worden.

Das erklärt Ronald Gundlach, der damalige Bürgermeister der Badestadt, in Bezug auf den Bericht, dass das Bauwerk im nächsten Jahr schon wieder gründlich saniert werden muss.

Gundlach widerspricht damit der Aussage von Bürgermeister Frank Hix, Stadtbauamts-Mitarbeiter Friedhelm Eckhardt und Therme-Betriebsleiter Patrick Gundlach, wonach damals vorwiegend Fichtenstämme verwendet worden seien.

Ronald Gundlach

Unten auf dem Sockel sei Eiche verbaut und die Wannen zum Auffangen der Sole seien aus Lärche gefertigt worden, sagt Gundlach. Und das Ständerwerk, also die über zwölf Meter hohe Konstruktion mit den Schwarzdornreisig-Feldern, sei schon immer aus Fichte gewesen. Eiche für die Stützen sei unbezahlbar, so der Bürgermeister a.D.

Gundlach erinnert sich gut an die Sanierung vor 14 Jahren. Nachdem das Gradierwerk intensiv untersucht worden sei, habe bis auf den Turm am östlichen Ende alles abgerissen werden müssen. Rund sieben Millionen DM, also umgerechnet 3,5 Millionen Euro, habe das gekostet. Wobei durch das unentgeltliche und jahrelange Engagement des „Stadtbaumeisters“ Herbert Stettinius und weiterer ehrenamtlicher Helfer rund zwei Millionen DM hätten gespart werden können. Damals habe man, sozusagen als Zugabe, sogar noch den umlaufenden Wandelgang aus Eiche hergestellt.

Dass bereits nach wenigen Jahren Pilze im Bauholz gediehen, wie jüngst von Hix, Eckhardt und Gerlach als ein Grund der Verwitterung erläutert wurde, weiß Gundlach zu erklären: Die Fichtenstämme hätten eine Zeit lang auf der Wiese neben der Schreinerei gelagert.

Er betont, dass der Aufbau damals genau nach den Vorgaben der Denkmalpflege erfolgt sei - auch die Verwendung der Holzarten Eiche, Lärche und Fichte sei vorgegeben gewesen.

Konkret darüber findet sich in den Akten der Landesdenkmalpflege allerdings nichts. Dagegen liegen dem heutigen Bezirkskonservator Dr. Tobias Wolf bezüglich der Gradierwerk-Sanierung 2002 ein Konzept bezüglich der Statik sowie auch die Forderung nach abschnittsweisem Austausch des Schwarzdorn-Geflechts vor. Und auch die Untere Denkmalschutzbehörde beim Landkreis hat damals keine Vorgaben zu den Holzarten gemacht.

Aus den Unterlagen geht aber hervor, dass es sich bei den Sandsteinfundamenten um die letzten Zeugnisse der ehemaligen Salzgewinnungsanlage handelt. Alles andere wurde erneuert. 

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