Die Stadt zahlt laut Auskunft der Grünen drauf

Grundstücke im Allendorfer Neubaugebiet zu billig

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Werden nach Überzeugung der Grünen zu billig abgegeben: Die Grundstücke im Neubaugebiet „Wassergraben 2“ in Allendorf, wo eine rege Bautätigkeit herrscht.

Bad Sooden-Allendorf. Die Grünen finden: Die Grundstückspreise im Neubaugebiet „Wassergraben 2" in Allendorf sind zu günstig. Mit der Marktlage in der Stadt werden sich nun der Finanz- und der Bauausschuss beschäftigen.

Mit den nach Ansicht der Grünen deutlich zu billigen Grundstückspreisen im Neubaugebiet „Wassergraben 2" in Allendorf und mit generell der Marktlage in der Stadt werden sich demnächst der Finanz- und der Bauausschuss des Badestädter Parlaments beschäftigen. Einen entsprechenden Beschluss fassten die Stadtverordneten am Freitagabend einstimmig.

In der Sitzung im Hochzeitshaus hatte der Grünen-Abgeordnete Gustav Nolte beklagt, es bestehe eine erhebliche Lücke zwischen den Gestehungskosten der Grundstücke von etwa 104 Euro pro Quadratmeter und dem tatsächlichen Preis von 65 bis 75 Euro, den die Hessische Landgesellschaft (HLG) beim Verkauf erzielt habe. Die Stadt zahle mithin kräftig drauf. Eine solche „Subventionierung“, wie Nolte sagte, sei schrittweise abzubauen.

In diesem Neubaugebiet, in dem eine rege Bautätigkeit herrscht, sind nach Auskunft von Bauaumtsleiter Helmut Franke in den drei Straßen „Am Siebenborn“, „Am Gladebach“ und „Am Struthweg“ 38 Grundstücke erschlossen und zu einem großen Teil auch schon fertig bebaut worden. Neun Baugrundstücke stünden noch zur Verfügung. Die Vermarktung war zunächst der Hessischen Landgesellschaft übertragen worden. Aber wegen schleppenden Verkaufs musste die Stadt Grundstücke zurückkaufen. Die Vermarktung durch die HLG sei „schlecht“ gewesen, befand Bürgermeister Frank Hix.

„Wir wollen gern neue Mitbürger nach Bad Sooden-Allendorf holen“, sagte Nolte. Die Stadt sei aber nicht in der Lage, Geld zu verschenken. In dieser „Top-Lage“ würden die Grundstücke „zu äußerst niedrigen Preisen bei gleichzeitig historisch niedrigen Zinsen“ veräußert. Im Ergebnis werde somit jedes Grundstück mit einem fünfstelligen Betrag subventioniert. Das schlage zwangsläufig auf den Haushalt der Stadt durch.

Zuvor war die FDP-Fraktion mit ihrem Antrag gescheitert, in der Kernstadt keine neuen Baugebiete mehr für Wohnhäuser auszuweisen und zu erschließen. Mit diesem Stopp für Neubaugebiete, argumentierte der Stadtverordnete Siegmar Zumwinkel, wolle die FDP ein Zeichen setzen, „dass wir nicht unbegrenzt Ressourcen zur Verfügung haben“. Die bereits vorhandenen Bauplätze seien vorrangig zu vermarkten.

Dem gegenüber stellte für den Finanzausschuss deren Vorsitzende Dorotee Junkermann (CDU) fest, man wolle Bauwillige nicht von vornherein abschrecken. Jeder Plan müsse sowieso ins Parlament, dem die letzte Entscheidung vorbehalten sei.

Bürgermeister Frank Hix meinte, man sei sich einig, dass zunächst Baulücken geschlossen werden sollten. Ein genereller Stopp sei jedoch das falsche Signal. Diese Auffassung vertrat auch SPD-Fraktionschef Peter Hieronimus.

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