Hawaii-Bakterium in heimischer Sole gefunden

Kleine Helferlein: Dr. Bernd-Peter Ernst zeigt vor dem Mini-Gradierwerk im Kurpark von Bad Sooden-Allendorf, wie die aus Hawaii stammenden Bakterien in riesiger Vergrößerung aussehen. Foto: Forbert

Bad Sooden-Allendorf. Unerwartete Entdeckung in der Ursole aus der Tiefe unter Bad Sooden-Allendorf: Wissenschaftler aus Göttingen isolierten unter mehreren 100 Organismen ein Bakterium, das seinen Ursprung nahe Hawaii hat.

„Idiomarina loihiensis“ wurde erstmals bei Forschungen über die Vielfalt von schwarzen Rauchern, also Unterwasservulkanen, in der Tiefsee 35 Kilometer vor der Küste von Hawaii untersucht.

Der Mikroorganismus muss bei einem Vulkanausbruch in die Atmosphäre geschleudert worden sein, erläuterte Diplom-Chemiker Dr. Bernd-Peter Ernst von der Göttinger Firma Seqlab. Er präsentierte die ersten Ergebnisse eines Forschungsprojekts, für das im Kurpark von Sooden vor drei Jahren ein Mini-Gradierwerk errichtet wurde. Hawaii ist Luftlinie rund 12.000 Kilometer entfernt.

„Idiomarina loihiensis“ ist nur einer von mehreren hundert Organismen, die in dem salzhaltigen Wasser aus dem Untergrund gefunden wurde. Gesucht werden von Dr. Ernst Bakterien und Pilze, die in der Sole optimal wachsen, wenn dieses Wasser ständig über Ballen aus unbehandeltem Stroh rieselt. Über die Mikroorganismen, die das Stroh zersetzen, wollen die Forscher an den darin enthaltenen Bio-Zucker herankommen. Daraus ließe sich in weiteren Verfahren reiner Alkohol gewinnen - und das ist schließlich auch das Ziel des Forschungsprojektes.

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